In der neuesten Ausgabe unserer Architonic Serie Material Tendencies sprechen wir mit Piero Lissoni, dessen Werke ein sehr breit gefächertes Interessensspektrum erkennen lassen – von Architektur, Innenausstattung und Möbeldesign bis hin zu Grafik, Fotografie und Art Direction.

Piero Lissoni - Foto © Architonic / Anita Hackethal

Material Tendencies: Piero Lissoni | Aktuelles

Piero Lissoni - Foto © Architonic / Anita Hackethal

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Wenn Du dich in Deiner Arbeit für die nächsten drei Jahre auf ein einziges Material beschränken müsstest, welches würdest Du wählen?

Piero Lissoni: Ich mag alle Materialien und ich bin sehr aufgeschlossen. Jedes Material hat seine Seele. Wenn Du die Produktion von Anfang auf nur ein Material begrenzt, bist Du automatisch durch strikte Regeln gebunden. Es ist nicht an mir, zu entscheiden welches Material besser als ein anderes ist. In gewisser Weise ist es das Projekt selbst, das das gute und richtige Material findet.

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Gibt es Materialtrends?

Ich mag keine Trends. Aber ich nutze Farben, neue Materialien und neue Oberflächen. Ich mag es, viele verschiedene Vorstellungen zu kombinieren. Manchmal "extremisiere" ich die Verwendung von Materialien. Für Porro zum Beispiel haben wir einige neue Holz-Oberflächen genommen, das Holz aber eingefärbt in unglaublichen Acid-Farben. Das Material wurde also nicht in seinem ursprünglichen, natürlichen Erscheinen verwendet. Aber gleichzeitig haben wir einige sehr anspruchsvolle Oberflächen zusammengestellt.

Wenn Du an einem Design-Projekt arbeitest, wo bist Du frei? Was bedenkst Du als erstes – die Form, die Idee, das Material?

Wir sind mehr oder weniger frei. Aber wenn man die klassische, romantische Idee der kreativen Freiheit mal beiseite lässt, dann ist unser Leben und unsere Arbeit Teamwork. Wenn ein Design-Projekt startet, wache ich morgens nie mit einer unglaublich brillanten und revolutionären Idee auf. Es ist ein Tag-für-Tag-Prozess im Team. Und es ist nicht nur mein eigenes Team. Ich denke, was am wichtigsten ist im kreativen Prozess, das ist der Dialog mit dem Team des Auftraggebers, den Ingenieuren und den vielen weiteren Playern, die ihr Know-how einbringen. Als Designer möchte ich am gesamten Verfahren beteiligt sein, und ich will in den Schaffensprozess eingreifen können. Ich mag dieses Niveau des nicht ganz frei seins. Ich mag die Grenzen, die jeder Prozess mit sich bringt. Immer, wenn ich etwas Gutes geschaffen habe, war es, weil das Projekt voller Grenzen war.

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