Architonic Newsletter 12.2012

Liebe Leser,

Diese Ausgabe des Architonic Newsletters befasst sich mit Veränderungen. Auf der einen Seite behandeln wir die Produktion von Designklassikern und die Frage, wie, wann und ob diese an heutige Bedürfnisse angepasst werden sollen, auf der anderen Seite ergründen wir die neuen Rollen, die physische Verkaufsflächen im Zeitalter des Internets annehmen. Und - wie immer vor grossen Messen - finden Sie auch die Links zum Download der Architonic Guides imm cologne und BAU München.

Hier die Inhalte unseres Dezember Newsletters in Kürze:

  • Gleich und doch anders: Designklassiker und deren Anpassung an die Gegenwart
  • Architonic Guides imm cologne und BAU München 2013
  • Paradigmenwechsel: physische Verkaufsräume im Zeitalter des Online-Handels
  • Architonic Produkte & Materialien: Inspirierende Suchergebnisse N° 12
  • Architonic Architektur & Design: Inspirierende Räume N° 5
  • Die neusten Projekte aus unserer 'Architektur & Design' Bibliothek

Lassen Sie sich inspirieren!
 

Ihr Architonic Team

Zürich | Mailand | Barcelona | Berlin | Köln | Kopenhagen | Stockholm | London

Architekten Neri&Hu entwarfen das neue Design Republic's Design Collective Geschäft in Shanghai, und nutzten diese Chance, während der Sanierung eines bestehenden Gebäudes, eine Rundum-Treppe innerhalb der Hauptausstellungsfläche zu installieren

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Gleich und doch anders: Designklassiker und deren Anpassung an die Gegenwart

Nichts bleibt so, wie es einmal war, sagt man. Aber ist das auch gut so? Wie verhält es sich mit Jahrzehnte alten, oft ikonischen Designs? Soll man sie so erhalten, wie sie einst angedacht waren und sie heute mit den damaligen, "echten" Produktionstechniken herstellen? Oder sollen sich Hersteller – im Namen der gegenwärtigen Marktbedürfnisse – die Freiheit nehmen, diese Klassiker in Materialität, Technik oder sogar Form an die heutigen Gegebenheiten anzupassen? Und wie sieht es dabei mit den Urheberrechten aus? Architonic forscht nach.

 

Der Geschäftsführer von Vitsoe, Mark Adams, beschreibt Dieter Rams‘ Stuhl- Programm 620 als einen „Baukasten“. Ab 2013 ist der Londoner Hersteller der alleinige Lizenzinhaber für das legendäre Möbel-Portfolio des Ex-Braun-Design-Direktors

Ich gestehe: Vor langer Zeit (und wir reden hier wirklich von einigen Jahren) kaufte ich eine nicht lizenzierte Kopie einer Ikone des Möbeldesigns der Mitte des letzten Jahrhunderts. Nennen Sie es eine vorübergehende Geschmacks-Verirrung, einen Moment des Wahnwitzes, wenn Sie so wollen. Ich bin nicht stolz auf mich, und es geschah mir ganz recht: Ich war von der Qualität des Stuhls enttäuscht, sobald er in meinem Haus seinen Platz gefunden hatte. Ich habe also meine Lektion gelernt.

Aktionsgruppen wie ACID (Anti Copying in Design) in Großbritannien arbeiten hart daran, eine Sensibilisierung für den Missbrauch des geistigen Eigentums beim Design zu fördern (wobei sie von Verbraucher-Publikationen wie Elle Decoration unterstützt werden). Die Frage, wie weit ein gutgläubiger Lizenznehmer eines Designs das Produkt in seinen formalen, materiellen und technischen Strukturen modifizieren kann, wurde bisher jedoch deutlich weniger debattiert.

 

Molteni & C hat sich mit der heiklen Frage der lizenzierten Reproduktion von klassischen Designs auseinandergesetzt und mit der Frage, wie sehr man Gio-Ponti- Designs verändern kann, wenn diese davor in limitierter Auflage in Produktion gegangen sind

An welchem Punkt hört ein „Original-Design“ – und vor allem eines, das zur Ikone geworden ist – auf, das Original zu sein, wenn an ihm eine Reihe von Anpassungen, Optimierungen oder „Verbesserungen“ vorgenommen wurden? Bedeuten solche Eingriffe den Untergang des Autors? Oder ist ein industriell gefertigtes Design-Objekt immer in einem gewissen Sinne eine Kopie?

Molteni & C hat sich ausführlich mit dieser Thematik beschäftigt, als man vor kurzem vor der Aufgabe stand, eine Sammlung von Gio Ponti Möbelentwürfen neu herauszubringen, die der angesehene Architekten-Designer zuvor für den eigenen Privategebrauch entworfen hatte oder die als limitierte Editionen produziert worden waren. Im Katalog des italienischen Herstellers finden wir die Frage: 'Was bedeutet es, ein Designobjekt Jahrzehnte später neu zu aufzulegen, und was bedeutet es, wenn die Fertigungstechniken und Systeme sich radikal geändert haben oder wenn Regulierungen es verbieten, bestimmte Originalmaterialien einzusetzen und die Hersteller zu Alternativen zwingen?"

 

„Ohne Zweifel ein hervorragendes Produkt“, so beschreibt Thomas Merkel von S+ (früher SDR+) das legendäre Regalsystem 606 von Dieter Rams. SDR+ und Vitsoe arbeiteten mit Rams über 15 Jahre an einer Reihe von „Anpassungen" und „Verbesserungen"

Technologische Innovationen und ein kreativer Geist in der neuen Kollektion Frame, entwickelt von Ceramiche Refin in Zusammenarbeit mit einem namhaften Grafik Entwicklungsstudio, Studio FM Milano

 

 

Nach vielen Jahren bedeutsamer Zusammenarbeiten mit Protagonisten des Designs und der Architektur, DTS, DesignTaleStudio, hat Refins Keramikversuchswerkstatt beschlossen dieses neue Projekt einem Team von erfahrenen Profis in der visuellen und grafischen Kommunikation, einer Disziplin die heute endlich auch im Bereich des Produktdesigns anerkannt ist, anzuvertrauen.

So entsteht die Kollektion die zusammen mit dem STUDIO FM Milano, einer Mailänder Firma die im Graphic Design, Unternehmensimage und Verlagswesen spezialisiert ist und die es liebt in immer mehr, mit der Architektur, dem Design und der Kunst verflochtenen Gebieten zu experimentieren.

“Das Studio FM" – so erklärt Barbara Forni - "hat die Vorschläge Refin’s dekorierte Keramik durch Wiedereinarbeitung der Traditionen und des Dekorwertes zu interpretieren mit großem Interesse angenommen."

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Architonic Guides imm cologne und BAU München 2013

In den 10 Jahren seit der Gründung von Architonic, hat sich der Architonic Guide als unverzichtbarer Messebegleiter etabliert.

Auch während des Jubiläumsjahres möchte der Architonic Guide Ihnen Orientierung geben und dabei helfen, die besten Aussteller schnell zu finden. Die Auswahl von Architonic ist rein redaktionell und beschränkt sich auf Premium-Hersteller von Produkten, die für die Gestaltung von Gebäuden und Räumen visuell relevant sind. Ein Guide von Architekten für Architekten.

Damit Sie Ihren Besuch auf der imm cologne 2013 und der BAU 2013 vorbereiten können, stehen unsere Architonic Guides jetzt für Sie zum Download als PDF-Datei über die nachstehenden Links zur Verfügung.

Gedruckte Exemplare können Sie kostenlos an den Ständen der ausgewählten Aussteller auf der Messe beziehen, sowie in den Architonic Concept Spaces an der imm cologne (Passage zwischen Hallen 10/11) und der BAU München (Stand 50, Halle A6).

 

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Paradigmenwechsel: physische Verkaufsräume im Zeitalter des Online-Handels

Mag sein, dass dem E-Commerce die Zukunft gehört, aber im Alltag orientieren wir uns immer noch an der physischen Verkaufsstelle, dem „Point of Sale“. Das heißt, das traditionelle Ladenlokal muss eine Aufwertung erfahren, was das Einkaufserlebnis und die Markenrelevanz betrifft, die es den Konsumenten bietet und das nicht nur, um mit dem Online-Shopping zu konkurrieren, sondern auch um dieses zu unterstützen. Architonic hat sich als verdeckter Käufer auf den Weg gemacht, um das zu untersuchen.

 

Architekten Neri&Hu entwarfen das neue Design Republic's Design Collective Geschäft in Shanghai, und nutzten diese Chance, während der Sanierung eines bestehenden Gebäudes, eine Rundum-Treppe innerhalb der Hauptausstellungsfläche zu installieren

Die Nachricht, dass ein renommiertes Einzelhandelsgeschäft vor dem Ruin steht, ist heutzutage nicht mehr ungewöhnlich. Auch die traditionsreichen Geschäfte sind dagegen nicht gefeit. Eigentlich keine Überraschung, wenn man die finanziell Krisensituation der meisten Volkswirtschaften bedenkt. Der Interneteinkauf mag zwar auch nicht von dem trägen und manchmal sogar negativen Wachstum verschont geblieben sein, aber er gewinnt weiterhin an Boden auf Kosten der Gegenwelt – der physischen Verkaufsstelle.

Dennoch sind wir weit davon entfernt, Zeugen des Endes für den traditionellen, nicht-virtuellen Laden zu sein. Die Kundenfrequenz mag ein Auf und Ab erleben, aber Läden, Echtzeit-Räume, zu denen sich Verbraucher höchstpersönlich begeben und wo sie – wenn alles nach Plan verläuft – ihr Geld lassen, erfüllen weiterhin einen Zweck.

 

Was ist der Unterschied zwischen Online-Einkauf und dem Einkauf im Geschäft? Physischer Raum. Die mikro-architektonische Gestaltung für die Bianco Nero Boutique in Osaka durch das Büro NI&Co Architects vermittelt ein echtes Raumerlebnis; Foto Yuko Tada

Aber was ist genau dieser Zweck im Jahr 2012? Wenn irgendetwas klar und deutlich zu sehen ist, dann ist es die Tatsache, dass die Verkaufsstelle, wie wir sie kennen, über ihre historische Funktion als quasi-öffentlicher Raum für die bloße Ausstellung und Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen hinaus zu etwas ganz viel Ausgefeilterem und Vielfältigerem geworden ist. Und das Internet spielt zweifellos eine Schlüssselrolle bei dieser Entwicklung.

Intelligente Marken betrachten dies jedoch nicht als Todesstoß für die physische Verkaufsstelle, den Laden, sondern eher als Herausforderung, seine Rolle neu zu erfinden. Wenn alles im Internet billiger ist, wie kann dann noch ein Echtzeit- und Echtort-Laden zu Bedeutung gelangen? Wie macht man aus den Online-Marken-Fans wieder traditionelle Kunden?

 

Online-Communitys von Fans sind eingeladen, zu Echtzeit-Kunden in Burberrys neuem Londoner Flagship-Geschäft zu werden. Die nahtlos integrierte digitale Technologie umfasst einen 7 Meter hohen Bildschirm für eine Live Übertragung im Internet…

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Architonic Produkte & Materialien: Inspirierende Suchergebnisse N° 12

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Architonic Architektur & Design: Inspirierende Räume N° 5

Die neusten Projekte aus unserer 'Architektur & Design' Bibliothek

 

Alex Cochrane Architects

 

Selfridges Designer Menswear Space | Großbritannien | Realisiert 2012

Neri & Hu Design and Research Office

 

BIANCO NERO | Osaka | Japan | Realisiert 2012

Alexandre Pain

 

Rama | Frankreich | Realisiert 2012