Newsletter 12.2008


Liebe Leserinnen und Leser

Wir stellen Ihnen unseren neuen Architonic Concept Space II vor, den wir erstmals auf der
imm cologne 2009 präsentieren werden. Dieses Mal wird er von den Schweizer Architekten Gramazio & Kohler gestaltet und mit einem Industrieroboter an der ETH Zürich gebaut.

Wie jedes Jahr haben wir für Sie den Architonic Guide imm cologne konzipiert.

Bei dem vom Rat für Formgebung initiierten YDMI (Young Designers Meet the Industry) war Architonic als Jurymitglied und Medienpartner live in Berlin dabei. Eine anregende Runde...

Pump up the Volume: Der Architekt und jüngste Preisträger des YDMI-Awards Oskar Zieta erzählt uns im Interview von der Produktion seiner aufgeblasenen Blechmöbel, von federleichten Tragwerken und wieso er so bald keine Brücke bauen wird.

Lassen Sie sich inspirieren!


Ihr Architonic Team

Zürich | Mailand | Berlin | Barcelona | Kopenhagen | London | Miami
 
 
Architonic Concept Space II
Gestaltet von Gramazio & Kohler, erstmals zu sehen auf der imm cologne 2009
    Architonic Concept Space II

Innovation ist das Konzept: Bereits auf der letztjährigen imm cologne präsentierte sich Architonic mit einem Stand, der das Potenzial der Zusammenführung progressiver Gestaltungslösungen, zukunftsorientierter Fertigungsprozesse und innovativer Materialien aufzeigte. Die Architonic Lounge, entworfen von LAVA (Laboratory for Visionary Architecture), war tatsächlich ein gebührender Auftakt für die Architonic Concept Spaces.

Im kommenden Jahr führen die Schweizer Architekten Gramazio & Kohler - bekannt für ihre computergenerierten und robotergefertigten Strukturen - die Serie fort. Zuletzt haben sie so den diesjährigen Schweizer Pavillion auf der Architektur Biennale in Venedig gestaltet.

Entwurfsmethodik und Produktionsprozess sind hierbei gegenläufig: subtraktiv und additiv. Die Formen werden mit einer subtraktiven Logik aus einfachen Würfeln digital »erodiert«. Notwendige Parameter wie Statik oder funktionale Aussparungen fliessen dabei in die Berechnungen ein. Mithilfe eines Industrieroboters werden die Raumgebilde dann 1:1 additiv aus einem Baukasten verschieden grosser Segmente - gesponsored von Swisspor - zusammengesetzt und verklebt. Das Ergebnis ist eine faszinierende, dreidimensionale »Pixellandschaft«, die ihre digitale Herkunft visuell nicht verheimlicht.

Wir freuen uns über diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit Gramazio & Kohler und deren Lehrstuhl für Architektur und Digitale Fabrikation an der ETH Zürich. Schon jetzt laden wir Sie herzlich in unseren Architonic Concept Space II auf der imm cologne vom 19. - 25.01.2009 in der Passage zwischen Halle 10 und 11 ein.
 
 
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Architonic Guide imm cologne 09
Lassen Sie sich leiten
 
Die imm cologne gehört international nach wie vor zu den wichtigsten Möbelmessen. In unserem bewährten Architonic Guide finden Sie, übersichtlich mit Lageplan und Standnummer, die aus unserer Sicht wichtigsten Hersteller im Premiumsegment.
Der Archtionic Guide ist vor Ort an den Ständen der aufgeführten Hersteller oder direkt hier als Download erhältlich.

  Architonic Guide imm cologne 09
 
 
Blow up Blech
Der Architekt Oskar Zieta vom CAAD-Lehrstuhl der ETH Zürich im Interview
 

Aufgeblasene Blechkörper - im ersten Moment klingt das nach einer Spielerei, tatsächlich ist es eine hoch innovative Technologie, die am CAAD-Lehrstuhl (Computer Aided Architectural Design) der ETH Zürich erforscht und bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Der Architekt Oskar Zieta, der sich bereits seit acht Jahren mit dem Thema beschäftigt, hat nun eine Reihe aufgeblasener Blechmöbel entworfen, die nicht nur die Serientauglichkeit der Technologie untermauern, sondern auch die ganz besondere Erscheinung der fast skulpturalen Objekte beschreiben. Den Hocker Plopp stellt Zieta in seinem Heimatland Polen her und vertreibt ihn über den dänischen Hersteller HAY. Wir trafen ihn in Berlin, wo er den Preis der YDMI (Young Designers Meet the Industry) entgegen genommen hatte.

  Blow up Blech  
Oskar Zieta

Du lehrst am CAAD-Lehrstuhl von Prof. Hovestadt. An was genau forscht ihr?
Wir forschen allgemein an digitalen Prozessen. Unser Ziel ist es, die Ergebnisse unserer digitalen Studien an computergesteuerten Maschinen "auszudrucken", d.h. lasercutten, cnc-fräsen usw. Meine Aufgabe war schon vor acht Jahren klar, als ich anfing, an diesem Institut zu arbeiten. Ich sollte computergesteuerte Maschinen im Bereich Leichtbau und Design einsetzen und ermitteln, welche Prozesse am flexibelsten sind. Denn je flexibler die Produktionskette ist, desto mehr und umfangreicher kann ich produzieren. Es geht um Produktionsprozesse, bei denen man möglichst einfach, in wenigen Schritten und mit geringen Mitteln ein Ergebnis erzielt.

Schlussendlich habt ihr eine eigene Produktionstechnik entwickelt.
Ja, FIDU (Freie InnenDruck Umformung), so heisst die Technologie. Wir können die dreidimensionale Form durch den zweidimensionalen Zuschnitt des Blechs steuern. Das zugeschnittene und verschweisste Blech kann dann ortsunabhängig aufgeblasen werden. Das macht diese Technologie sehr flexibel. Man benötigt nicht mehr als die Matrize und einen Schweissroboter. 100 Stück von meinen Hockern passen im unaufgeblasenen Zustand auf eine Palette, aufgeblasen füllen sie einen ganzen LKW-Container.

   
Plopp von Oskar Zieta

Sehr flexibel aber dafür wenig präzise?
In der zweidimensionalen Fläche können wir sehr präzise sein, erst wenn wir dreidimensional werden, verlieren wir an Präzision. Aber wir arbeiten an der Perfektion und können schon sehr viel berechnen. Wir haben auch schon gewisse Regeln festgestellt, die wir bereits patentiert haben.

Was für Regeln zum Beispiel?
Abhängigkeiten zwischen Geometrie, Material, der Materialstärke, Schweiss- und Deformationstechnologie (also dem "Aufblasen"). Schliesslich kann man die Körper mit Wasser, mit Öl oder mit Luft aufblasen. Man kann theoretisch jede Faltung genau nachvollziehen und steuern.

Was bei dem ziemlich roughen Hocker aber nicht passiert ist, oder?
Äusserlich vielleicht nicht, aber der Hocker ist komplexer, als er aussieht. Unsere Idee war immer, dass wir von 2D auf 3D gehen und nicht auf 2 1/2D. Die Beine des Hockers sollten also nicht durch einen weiteren Arbeitsschritt nach unten gebogen werden, sondern sie sollten sich bereits während des Aufblasens in die richtige Position biegen. Dies ist uns aufgrund langer Berechnungen und eines sehr exakten Zuschnitts gelungen. Plopp geht schon in Richtung Magie.

   
FiDU-Brücke, 2007, Vorbereitung für Belastungstest, Aussenmasse: 6m x 1,5m, Gewicht: 174 kg, Belastung: 1850kg

Trotz aller Präzision überlässt du aber dem Material die Art der Verformung. Es ist ja nicht so, dass alle Hocker die exakt gleiche Faltung haben, oder?
Nein, absolut nicht. Und das ist auch so gewollt. Blech ist ja ein allgegenwärtiges Material. Wir assoziieren es mit Karosserien von Autos und Zügen - all diese Objekte sind aus sehr präzise verformtem Blech gefertigt. Das wird mit 100 Tonnen in eine Form gebracht, ein wirklich heftiger Prozess. Junge Designer und Architekten können sich solche Werkzeuge nicht leisten. Das war auch unsere Motivation, warum wir die FIDU-Technologie entwickelt haben. Wir haben den Umgang mit dem Material gänzlich geändert. In der Architektur besteht ein sehr grosser Bedarf, freie Formen zu gestalten - Stichwort Blobarchitektur. Die Ingenieure, die diese organischen Formen von Architekten umsetzen sollen, suchen Technologien, die das möglich machen und bei denen das Wort "Standard" eine ganz andere Bedeutung hat.
 
 
2. YDMI Days in Berlin
27. - 29. November 2008 - Young Designers Meet The Industry
    2. YDMI Days in Berlin  
Das YDMI Dinner

Der dreitägige Anlass - initiiert vom Rat für Formgebung - fand seinen Auftakt in einem ausgedehnten Apéro inmitten von Prototypen und Entwürfen auf der Empore der 'Villa Elisabeth' in Berlin, die dann im Anschluss einen wunderbaren Rahmen für ein köstliches Dinner, anregende Gespräche und interessante Präsentationen der "Young Professionals" bot.

Vertreter aus verschiedensten Sparten der Industrie und aus der Welt des Designs trafen sich, um Networking zu betreiben und einen der 44 Young Professionals als Gewinner des Preisgeldes von 8.000 € zu küren. Die grosse Bandbreite an Gestaltern aus Möbel-, Industrie- und Grafikdesign und die entsprechenden Vertreter aus der Industrie in einer sinnvollen Sitzordnung zu platzieren, war vermutlich eine logistische Herausforderung.
 
 
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Ausgebuchtes Stockholm
Stockholm Furniture Fair und Northern Light Fair sind ausgebucht
 
Rund 750 Aussteller werden vom 4. - 8. Februar 2009 auf über 56,500 m² ihre Produkte präsentieren. Trotz Finanzkrise ist die Messe seit langem ausverkauft und die Warteliste lang. Kein Wunder, schliesslich hat sich Stockholm bereits seit einigen Jahren als die wichtigste Möbelmesse für den nordeuropäischen Raum etabliert und dabei Kopenhagen schwer in Bedrängnis gebracht. Durch eine klare Segmentierung der Hallen, hervorragende Kuratorenarbeit beim Greenhouse als Plattform für Jungdesigner und die jährliche Sonderausstellung, die in diesem Jahr der niederländischen Designerin Ineke Hans gewidmet ist, hat sich Stockholm klar positioniert - und ist erfolgreich.

"Wir überlegen jetzt, wie wir inhaltlich das Wissen unserer wichtigsten Besucherzielgruppen noch weiter steigern können. Diese bestehen aus Architekten und Innenarchitekten sowie Einzelhändlern im Bereich Möbel und Licht. Wir werden zum Beispiel mehr Präsentationen und Seminare veranstalten, und es wird auch eine Ausstellung zum Thema Ladenkonzepte geben", sagt Charlotte Wiking, Projektleiterin für Geschäftsentwicklung und internationale Beziehungen bei der Stockholm Furniture Fair / Northern Light Fair.

Erstmals organisiert die Stockholm Furniture Fair / Northern Light Fair eine Ausstellung, welche sich direkt an die Händler richtet. In der Halle B trägt Innenarchitektin Lotta Agaton eine kombinierte Licht- und Möbelausstellung zusammen, um den Händlern Inspiration und Wissen zu vermitteln und ihnen praktische Tipps zur Gestaltung ihres Concept Stores mitzugeben.

Zum ersten Mal wird auch Architonic mit dem neuen Concept Space II in Stockholm dabei sein. Im nächsten Newsletter berichten wir ausführlich über den Designevent vom 4.-8.2.2009 in Stockholm.
Wer sich bis zum 25.01.2009 anmeldet, hat ausserdem die Chance eine der 300 Stockholm-Freikarten zu gewinnen. Wir freuen uns, Sie auf unserem Stand zu treffen!
 
 
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Produkt- und Materialinnovationen 2008
Teil 2
    Produkt- und Materialinnovationen 2008
 
 
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