Newsletter 01.2011

Liebe Leserinnen und Leser,

Ein überzeugendes Programm mit hochkarätigen Herstellern verhalf der diesjährigen imm cologne zu altem Ruhm. Gleichzeitig fand in München die BAU, Fachmesse für Architektur, Materialien und Systeme statt. Erfahren Sie in diesem Newsletter unsere Eindrücke und die besten Neuheiten beider Ausstellungen.

Der Inhalt in aller Kürze:
- Interview mit dem 'A&W Designer of the Year' Tokujin Yoshiota
- [D3] Design Contest: Junge Designtalente der imm cologne
- Fotostrecken über die diesjährigen imm cologne
- Messerückblick: BAU 2011
- 'TURN ON', das Architektur Festival in Wien

Lassen Sie sich inspirieren!
Ihr Architonic Team

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Die erträgliche Leichtigkeit des Seins
Architonic trifft Tokujin Yoshioka auf der imm cologne
    Die erträgliche Leichtigkeit des Seins  
Yoshiokas Stuhl aus seiner 'Invisibles' Kollektion für Kartell spielt mit der Phantasie des Unsichtbaren und Immateriellen

'Vielleicht mag ich Objekte einfach nicht?' - Ein nicht alltäglicher Standpunkt, den man von einem Designer unterbreitet bekommt, insbesondere von einem so gefeierten wie Tokujin Yoshioka, der von Architektur & Wohnen als Designer des Jahres ausgezeichnet wurde.
Doch es gibt einen bestimmten - erfreulichen - Widerspruch im gestalterischen Ausdruck des kreativen Werkes des Japaners. Dieser drückt sich durch seine kontinuierliche Beschäftigung mit Transparenz und Leichtigkeit aus und in Objekten, die sich in einem Status zwischen Präsenz und Absenz befinden. Architonic traf Yoshioka während der imm cologne.

Eine Fotomontage aus den Bauhaus-Jahren Marcel Breuers illustriert die modernistische Fixation auf formale Leichtigkeit. Die kurze, einem Filmstreifen ähnliche Bilderserie zeigt eine maskierte Frau, die zuerst auf einem traditionellen vierbeinigen Stuhl sitzt, dann auf einem von Breuers Stahlrohr-Stühlen, die für damalige Verhältnisse radikal reduziert waren, und zuletzt auf einer "Luftsäule". Dies gelang durch eine der Photoshop-Ära vorzeitlichen Collage: Der Körper des Modells schwebt in sitzender Position auf einer unsichtbaren Struktur. Diese Progression von einer massiven Form zu einer völlig unsichtbaren Phantasie des Nichts, oder einfach visuellem Nicht-Vorhandensein, ist genauso unterhaltsam wie herausfordernd - sie ruft sozusagen genauso sehr ein Schmunzeln wie auch ein Stirnrunzeln hervor.

   
Let there be light: Japanese designer Tokujin Yoshioka's paean to transparency and lightness in the form of his retrospective at the Cologne Kunstverein, which coincided with him being named A&W Designer of the Year 2011

Präsentiert wurde die Ausstellung des A&W-Designer des Jahres im Kölnischen Kunstverein, dessen raumhohe Verglasung und hinterleuchteten Wandpaneele in Trockeneisnebel gehüllt wurden und für eine theatralische Atmosphäre sorgten. Dies unterstrich die visuelle Leichtigkeit der Exponate: Stühle und andere Möbelstücke, die im Laufe des letzten Jahrzehnts entstanden, und die entweder durch ihre Form oder ihre Materialität eine Schwellenposition zwischen Dasein und Verleugnung ihrer Existenz einnehmen.
 
 
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imm cologne in Bildern bei Architonic@Facebook
 
Für alle, die die diesjährige imm cologne nicht besuchen konnten oder die ihre Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen möchten, haben wir auf mehreren Fotostrecken die spannendsten Ausstellungen und Neuheiten für Sie zusammengefasst.

  imm cologne in Bildern bei Architonic@Facebook
 
 
Architonic Disco im King Georg
 
Wie immer trafen sich viele Freunde und Kollegen nach den anstrengenden Messetagen im urigen King Georg zur obligaten Architonic Disco.
Wir haben uns sehr über Ihren Besuch gefreut und auf Architonic@Facebook einige Eindrücke von den drei Party-Abenden für Sie zusammengestellt.

  Architonic Disco im King Georg
 
 
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When We Were Young
[D3] Design Contest at imm cologne
    When We Were Young  
Beyond the visual virtuosity of Dohoon Kim's 'Tension Bentwood Chair' lies a compelling production process. The young designer uses laminate wood that is bent using tension only, without recourse to steaming, moulding or pressing

Punching well above their weight this year at imm cologne were the young guns exhibiting in the sixth edition of the [D3] Design Contest, the platform for emerging international design talent. Here, we talk to one of the two joint-winners, Harry Thaler, plus select some of the most interesting designs from the convincing and highly polished body of creative work on show.
 
 
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BAU München 2011 - Teil 1
Messerückblick
    BAU München 2011 - Teil 1  
Die mit Hadi Teherani entwickelte Linie FreeSCALE "Mesh" von Vorwerk

Die Bau 2011 stand ganz unter dem Motto der Nachhaltigkeit. Viele Hersteller haben auf diesen Trend und die neuen ökologischen Massstäbe schon seit geraumer Zeit reagiert, und rückten auf der Messe den Fokus auf zertifizierte Produkte. Während man angesichts der zahlreichen Öko- und Nachhaltigkeits- Gütesiegel beinahe den Überblick verlieren konnte, stellte die BAU an sich eine sehr übersichtliche Messe dar: Die insgesamt 16 Hallen waren thematisch klar strukturiert.
Die Orientierung fiel dem Besucher dank drei linearer "Stränge" der 16 Hallen mit dazwischenliegenden Verbindungsgängen und Freiflächen leicht. Als nützliches Tool erwies sich mal wieder der Architonic Guide und die Architonic iPhone App mit dreidimensionaler Darstellung des Messegeländes.
In diesem ersten Teil und einem folgenden Teil 2 des Messerückblicks möchte Architonic Ihnen aus dem riesigen und vielfältigen Angebot der BAU unsere Auswahl vorstellen und Ihnen gleichzeitig einen thematisch breit gefächerten Überblick bieten.

   
Materialproben am Stand von Hasenkopf

Die Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern und Designern stellt mittlerweile für viele Design-Hersteller ein wirksames Marketing-Tool dar. Lange vor diesem Trend definierte Vorwerk seine Marke schon über Kollektionen und Sonder-Editionen, die in Kooperation mit renommierten Architekten, Designern und Künstlern entstehen. Dieser Wille zur Innovation und zu individuellen Lösungen macht Vorwerk zu einem von Architekten international bevorzugten Hersteller. Mit Reeditionen früherer Designs, die nie an Bedeutung verlieren, wie von Roy Lichtenstein, David Hockney, Jeff Koons oder Robert Wilson, ebenso wie den jüngsten Entwürfen der Designer Ulf Moritz und Hadi Teherani, verfügt Vorwerk über eine beeindruckende Bibliothek an Stilen und Mustern.
 
 
TURN ON
Architektur Festival in Wien
 
Am 11. und 12. März findet in Wien, in diesem Jahr bereits zum 9. Mal, das 'TURN ON' Architektur Festival statt. Als Medienpartner möchten wir Ihnen den Besuch wärmstens empfehlen.

  TURN ON
'TURN ON PARTNER'
Architekten im direkten Dialog mit der Industrie: Die komplexen Entstehungsprozessen moderner Architektur setzen einen zunehmenden Austausch zwischen produzierender und forschender Industrie und Architekten voraus. 'Turn On Partner' setzt durch unmittelbare Dialoge die Wirtschaft einerseits und den Berufsstand der Architekten andererseits in einen direkten Bezug.

'TURN ON' - Die Bauten
Unter den Themenschwerpunkten Wohnbau, Infrastruktur und Verkehr, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, Landschaft und Konstruktion, Alt versus Neu und Digitale Entwurfsmethoden wurden ausgewählte Protagonisten der österreichischen Architekturszene zu Vorträgen eingeladen. Ergänzt wird das Programm durch renommierte ausländische Gäste. Über die in den Vorträgen präsentierten Referenzprojekte werden zentrale architektonische Themen und Aufgabenstellungen in den Mittelpunkt gerückt.

'TURN ON TALK'
Mit dem Blickwinkel aus Wirtschaft, Politik und Forschung greift die Gesprächsrunde in diesem Jahr ein brisantes Thema auf: das der engagierten Bauherrschaft, die ambitionierte Architektur ermöglicht und so einen entscheidenden Beitrag zur baukulturellen Entwicklung leistet. Was bedeutet eine engagierte Bauherrschaft im Kontext eines Dorfes auf dem Land, einer Mittelstadt mit einer wertvollen, historischen Altstadt und schließlich im Zusammenhang der europäischen Großstadt?

'TURN ON' wird veranstaltet von der Architekturstiftung Österreich, Festivalleiterin ist Margit Ulama, und findet statt am:
Freitag, 11. März 2011: 13h - 19 h, TU Wien, Kuppelsaal, 1040 Wien, Karlsplatz 13, Eintritt frei
Samstag, 12. März 2011: 13h - 22h, ORF RadioKulturhaus, 1040 Wien, Argentinierstr. 30a, Eintritt frei
 
 
Neue Projekte aus 'Architektur & Gestaltung'
 
Cadaval & Solà-Morales
  Neue Projekte aus 'Architektur & Gestaltung'  
House at The Pyrenees, Foto von Santiago Garcés
Jun Igarashi Architects
   
House of Trough, Foto von Seiya Miyamoto
dooa arquitecturas
   
MENJAROSA (Virgen del Carmen school's canteen), Foto von Pepe Pascual Fuentes
Architektu Biuras G.Natkevičius ir partneriai
   
Family house in Pavilniai Regional Park, Foto von R. Urbakavičius
Assadi & Pulido
   
Casa Guthrie, Foto von Guy Wenborne
Studio Bellecour
   
Le Galilée, Foto von Nicolas Borel
Langarita-Navarro Architects
   
LOLITA, Foto von Miguel de Guzmán
 
 
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Support Structures: architecture's role in the healing process
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Good architecture creates environments that are, among other things, enjoyable to spend time in and practical to use, and in no scenario is this more important than the provision of treatment or support for those dealing with illness or trauma. Architonic examines some of the ways in which intelligent architecture and design can help to ensure a positive prognosis for the future of healthcare by creating buildings that are good for body and mind.
New Éire: Ireland's modernist self-fashioning revisited

 

Ireland is in a reflective mood these days. With the island nation on the edge of Europe facing up to the reality of a severely damaged economy and a decimated construction industry, nostalgia is doing what it's wont to do. A recently published book on how the country, back in its fledgling days, used the language of modernism in its project of nation-building and an exhibition currently running at the Irish Museum of Modern Art on the development of modernity in Ireland both contribute to a re-engagement with an internationally under-appreciated strand of Irish architecture that sought to posit the state as a modern and democratic society.
Helvetian Heroes: enduring Swiss design
 

It's fair to say that certain countries have, over the years, been more successful than others in terms of marketing a distinctive and compelling national design identity abroad. The very human kind of modernism expressed in the furniture of postwar Scandinavia, for example, is still very much associated in the international imagination with those Nordic countries, contemporary Scandi design profiting from this legacy as far as consumer interest is concerned. Switzerland, too, has managed to secure a place in the global design arena, underpinned by the idea of the 'Swiss made' product and its associations with consideration and craftsmanship.
 
 
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