Architekten und Designer verfügen über Problemlösungsstrategien, die sie auch weit über den A&D Bereich hinaus zu ausgesprochen wertvollen Mitarbeitern machen. Das Stichwort ist hier Design Thinking ...

Die Design Thinking Methode hilft Lösungen zu finden, aber vor allem zunächst mal die richtigen Fragen zu stellen

Design Thinking – Problemlösungsstrategien, die in jedem Beruf helfen | Aktuelles

Die Design Thinking Methode hilft Lösungen zu finden, aber vor allem zunächst mal die richtigen Fragen zu stellen

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Berlin in den frühen 2000er Jahren: Ich hatte gerade mein Abitur gemacht und fuhr eines Nachts mit dem Taxi nach Hause. Der Taxifahrer fragte mich, was ich einmal werden möchte und ich antwortete: vielleicht Architektin. Er war begeistert und rief: Ich bin auch Architekt! Dies bekräftigte mich nicht unbedingt in meiner Wahl …

Nicht jeder Architekturstudent wird Architekt und nicht jeder Designstudent wird Desiger im klassischen Sinne. Wer als studierter Architekt nicht in der Architekturszene Fuss fassen kann oder möchte, dem bleiben jedoch viele andere Möglichkeiten als die, Taxifahrer zu werden: Angehende Architekten und Designer sind mit einem Toolkit an Kompetenzen und Problemlösungs-Strategien ausgestattet, die für eine Vielzahl von Berufen sehr wertvoll sind.

Das Stichwort ist hier Design Thinking. Sogenannte Design Thinking Strategien sind in den letzten Jahren ein zunehmend beliebtes Mittel geworden, um Probleme in komplexen System aufzuschlüsseln, sei es in der Wirtschaft, in der Regierung oder in sozialen Organisationen. Doch was genau steckt dahinter?

Werkzeug und Arbeitsumgebung zu gleich: flomo von Westerman ist überall dort zur Stelle, wo Gedanken fliessen, Ideen geboren und festgehalten werden wollen

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Werkzeug und Arbeitsumgebung zu gleich: flomo von Westerman ist überall dort zur Stelle, wo Gedanken fliessen, Ideen geboren und festgehalten werden wollen

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  • flomo design thinking set

    flomo design thinking set

    Westermann

Ursprung Design Thinking

Soviel vorab: Es lässt sich weder eine einheitliche Definition von Design Thinking finden, noch eine eindeutige Herkunft definieren. Einen guten Ausgangspunkt liefert aber das Werk „The Sciences of the Artificial“ des amerikanischen Sozialwissenschaftlers und Nobel-Gedächtnispreisträger Herbert Simon aus den späten 60er Jahren (des 20. Jahrhunderts).


„Entwerfen bedeutet, bestehende Situationen planvoll in bevorzugte Situationen zu verwandeln“ – Herbert Simon


Simon proklamiert, dass Design eine Art zu denken sei: „Entwerfen bedeutet, bestehende Situationen planvoll in bevorzugte Situationen zu verwandeln.“ So weit so gut. Und „weit“ gilt hier im übertragenen Sinne, denn dieser Ansatz lässt sich tatsächlich auf so ziemlich jeden Lebensbereich übertragen. Der Design Thinking Prozess, der Architekten und Designern wohl vertraut ist, ist also immer derselbe, sein Subjekt ist mitnichten „nur” das Entwerfen von Produkten oder Gebäuden.

Problem Solving

Wie aber funktioniert dieser vermeintlich omnifunktionale Prozess? Und wie verwandele ich nun eine bestehende Situation in eine verbesserte? Zunächst einmal geht es darum, Probleme als zusammenhängende Systeme zu betrachten, um zu einer raffinierteren Lösung zu gelangen. Um das zu visualisieren hilft die Problem Tree Analysis.

Problem Tree Analysis: Die Herausforderung besteht darin, der eigentlichen Ursache des potenziellen Problems auf den Grund zu gehen. Design Thinking soll dabei helfen

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Problem Tree Analysis: Die Herausforderung besteht darin, der eigentlichen Ursache des potenziellen Problems auf den Grund zu gehen. Design Thinking soll dabei helfen

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Problem Tree Analysis

Die Metapher des Baumstammes ist hier sehr anschaulich. Die Mitte, der Baumstamm steht für das eigentliche Problem. Darüber befinden sich die für alle sichtbaren Auswirkungen des Problems. Unterhalb, sozusagen unter der Erde und nicht unmittelbar sichtbar, befinden sich die Ursachen. Die Herausforderung besteht also der Ursache auf den Grund zu gehen. Design Thinking soll dabei helfen, zum Kern oder in diesem Fall zur Wurzel des potenziellen Problems vorzudringen.

Die fünf Phasen des Design Thinking Prozesses

In der ersten Phase (Empathise) sammelt das Team Informationen – durch Interviews, Beobachtungen, und direkte Erfahrungen. Erst in der zweiten Phase (Define) wird auf Basis dessen das eigentliche Problem formuliert.

In Phase drei (Ideate) werden Ideen gesammelt. Keine Idee ist dabei zu abwegig um sie aufzuschreiben. Nur wer sich gedanklich ausserhalb des zunächst Realistischen und Naheliegenden bewegt kann zu wirklich innovativen Ideen kommen. Lediglich zeitlich sollte dieser Phase mit einer Deadline eine klare Grenze gesetzt werden.


Statt vorschnell zu einer Lösung zu kommen und diese aufwendig und kostenintensiv umzusetzen ist hier das Motte eher „Fail often and early“


Die vielversprechendste Idee wird ausgewählt und in Phase vier (Prototype) umgesetzte. Wichtig ist hierbei auf unkomplizierte, nicht zu kostenintensive Prototypen zu setzen. In Phase fünf (Test) testen Endkunden den Prototypen und geben Feedback. Auf Basis dieser Tests geht man zurück zu Phase vier, oder, je nachdem wie das Feedback ausfällt, zu Phase drei und führt die Schritte erneut durch, bis man zufriedenstellendes Feedback in Phase fünf erhält.

Statt vorschnell zu einer Lösung zu kommen und diese aufwendig und kostenintensiv umzusetzen ist hier das Motte eher „Fail often and early“. Auf diese Weise erhält man ein Produkt, dass den Nutzer in den Mittelpunkt stellt. Design Thinking ist dabei eher ein iterativer als ein linearer Prozess.

Der Design Thinking Prozess lässt sich in fünf Phasen aufteilen. Dabei handelt es sich grundsätzlich eher um einen iterativen als um einen linearen Prozess

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Der Design Thinking Prozess lässt sich in fünf Phasen aufteilen. Dabei handelt es sich grundsätzlich eher um einen iterativen als um einen linearen Prozess

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Design Thinking Umgebung

Die Design Thinking Methode setzt also auf klar umrissene Schritte zur Ideenfindung, idealerweise in interdisziplinären und diversen Teams, um möglichst vielfältige Ansätze zu erhalten. Genau so wichtig wie der richtige Prozess und die richtigen Leute ist aber auch die richtige Umgebung.

Das Stichwort ist hier Visualisierung und die entsprechenden Visualisierungstools: Den Prozess visuell darzustellen ist insofern wichtig, als sich im Sehvorgang kognitive Prozesse abspielen. Die visuelle Wahrnehmung ist alles andere als passiv, man könnte also sagen sehen ist denken.

Post its und Whiteboards sind die vielleicht unkompliziertesten Varianten um Ideen in die Vertikale zu bringen. Für Fortgeschrittene gibt es aber auch komplette, raumbildende Möbelsets die den Prozess unterstützen, wie beispielsweise die Design Thinking Line von System 180 oder das flomo design thinking set von Westermann – für multidisziplinäre, sich selbst organisierende Teams variierender Zusammensetzung und Grösse.

Für die Bedürfnisse agiler Teamarbeit: die Design Thinking Linie von System 180 wurde gemeinsam mit der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut in Babelsberg entwickelt

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Für die Bedürfnisse agiler Teamarbeit: die Design Thinking Linie von System 180 wurde gemeinsam mit der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut in Babelsberg entwickelt

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  • DT-Line Whiteboard M

    DT-Line Whiteboard M

    System 180

  • DT-Line Table T4

    DT-Line Table T4

    System 180

Fazit

Angestrengtes Nachdenken über eine gesuchte Lösung blockiert nicht selten. Die Design Thinking Methode hilft Lösungen zu finden, aber vor allem zunächst mal die richtigen Fragen zu stellen, und ist – auf Grund des hohen Innovationsbedarfs in vielen Unternehmen – ein wertvolles Tool.

Wer nach seinem Architektur oder Designstudium nach alternativen beruflichen Wegen sucht kann mit diesem Wissen im Gepäck sicherlich ein ganz hervorragender Taxifahrer werden – wer es geschickt anstellt, kann aber auch eine wirklich entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Innovationen in einer Vielzahl spannender Unternehmen oder Organisationen spielen.

© Architonic

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