Fotograf: ©Hertha Hurnaus

Medical Resort Bad Schallerbach von Architects Collective | Kurhäuser / Thermen ×

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Medical Resort Bad Schallerbach von Architects Collective | Kurhäuser / Thermen ×

Höchste Behaglichkeit, maximaler Komfort und niedrige Betriebskosten sind das Ergebnis der thermischen Sanierung und der modernen Um- und Zubauten der Gesundheitseinrichtung Bad Schallerbach der VAEB. Das nach 20 Monaten Bauzeit neu eröffnete Gebäude verbindet Medizin mit Resort-Charakter und setzt neue Maßstäbe in Energieeffizienz und Gesundheitsinnovation.

Die VAEB (Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau) hat das direkt am Flussufer der Trattnach liegende Grundstück im Rahmen eines umfassenden Umstrukturierungskonzepts aufgewertet und weiterentwickelt. In einem EU-weiten Wettbewerb wurde Architects Collective als Architekt und die Arge GBS als Generalplaner ausgewählt. Der Um- und Zubau umfasst nun erweiterte Therapie- und Beherbergungsbereiche mit insgesamt 124 Gästebetten und einer großzügigen Parkanlage. Im Laufe der Planung wurde das 1968 errichtete fünfgeschossige Bestandsgebäude mit 6.000 Quadratmetern neu organisiert und umfassend thermisch saniert. Zudem realisierten die Architekten einen 4.200 Quadratmeter großen Zubau mit Bettentrakt, Therapiebereich, Therapiebad sowie Speisesaal.

Viel Licht und und natürliche Materialien
Die architektonische Grundidee basiert darauf, Verbindung zwischen Gesundheit, Natur und Ökologie aufzubauen. Diese Verbindungen entstanden durch räumliche Bezüge und aus der Natur entliehene oder durch Materialen geschaffene architektonische Elemente. Das Therapiebad, mit seinem Richtung Süden auskragende Dach, ist der gestalterische und inhaltliche Mittelpunkt der Anlage. Von dort aus fließt der Innenraum in den umliegenden Park, den die Planer unter Einbeziehung zahlreicher alter Bäume und neuer Wege mit Sitzbereichen neu gestalteten. Die fließenden Übergänge zwischen Innen und Außen stehen für die Beziehung von Medizin und Natur. Die Innenausstattung unterstreicht mit natürlichen Oberflächen und frischen Farben den Resort-Charakter der Einrichtung ebenso wie . Natursteinböden aus Schiefer und Kautschuk und Möbel aus Eiche. Durchgehende Farbakzente die geschossweise verlaufen unterstützen die intuitive Wegführung. Der freundliche und offene Charakter wird durch den starken visuellen Bezug zwischen Park und Foyer, Aufenthaltsbereichen oder Therapiebad noch verstärkt. Durch den sich wiederholenden Grundriss im Bereich der Beherbergung ließ sich der Baustoff Holz ideal in Form von hochwärmegedämmten Außenwänden und kreuzverleimten Massivholz-Platten als Trennwand und Decke einsetzten. Die Balkon-Konstruktionen von Neubau und Sanierung sind als Holz- bzw. Holz-Stahl- Leichtkonstruktion gefertigt und dienen gemeinsam mit einer vorgehängten unregelmäßigen Holzlattung auch als Beschattung und visueller Schutz für die Gäste. Der Großteil der Neubauten wurde durch verschiedene im Werk montierte Bauteile wie die Sanitärblöcke, die gesamten Wände oder Deckenelemente vorgefertigt.

Gesundheitsförderung
Im Rahmen des Umstrukturierungskonzeptes der VAEB wurde die Anzahl der Einrichtungen von neun auf vier reduziert und der Standort Bad Schallerbach als erste derartige Investition auf die modernen Anforderungen der Gesundheitsvorsorge vorbereitet. Zusätzlich zum Kurangebot besteht nun auch ein Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung, wodurch den Versichterten in ihrem dreiwöchigen Aufenthalt ein ganzheitlicher Ansatz von Therapie und Wissen über Gesundheit zugutekommt. Grundlage dazu ist ein multimodales Behandlungs- und Präventionskonzept das erst durch entsprechende Rahmenbedingungen von Medizin und ansprechenden Räumlichkeiten mit Naturbezug wirksam wird. Ziel ist die Steigerung- bzw. Erhaltung der individuellen Gesundheit sowie Erwerbs- und Arbeitsfähigkeit und damit verbunden die Reduktion der Behandlungskosten oder Pflegebedürftigkeit. Die Gesundheitseinrichtung Bad Schallerbach verwirklichte die zukünftigen Anforderungen der Versicherungsanstalt beispielhaft für das neue Gesundheitskonzept.

Mustersanierung
Der Klima- und Energiefonds der Bundesregierung hat im Rahmen der Mustersanierungsoffensive die Sanierung des Bauwerks finanziell unterstützt und dadurch eine Reihe weiterer qualitativer und energetischer Maßnahmen ermöglicht. Dazu gehören der Austausch sämtlicher Fenster des Bestandsgebäudes, der Wechsel zu Ökostrom und eine Verbesserung der Haustechnik-Anlagen. So hat nun das gesamte Gebäude den Status eines Niedrigstenergie-Gebäudes und ist als Klima:Aktiv Gebäude zertifiziert. Das Resultat sind minimale Betriebskosten, maximaler Komfort und höchste Behaglichkeit – und somit beste Bedingungen um die Gesundheit der Versicherten zu verbessern oder zu erhalten. Zur Erreichung der Förderung mussten die Anforderungen für den Heiz- und Kühlbedarf gemäß OIB-Richtlinie 6 um mindestens 50 Prozent unterschritten werden. Der Anteil erneuerbarer Energieträger oder genutzter Abwärmepotenziale am Gesamtenergiebedarf der sanierten Gebäude musste mindestens 35 Prozent betragen. Beide Parameter wurden deutlich unterschritten.

Klima:Aktiv „Silber“
Zu- und Umbau, thermische Sanierung sowie ressourcenschonende Planung und Ausführung des Gebäudes setzen neue Maßstäbe für vergleichbare Einrichtungen, von denen alleine in Österreich an die hundert Objekte in den nächsten Jahren saniert werden müssen. Trotz eines beschränkten Budgets war es möglich den Heizwärmebedarf für die Therapie- und Beherbergungsbereiche um 87 Prozent zu verbessern. Das entspricht einer Unterschreitung des gesetzlich geforderten Wertes um 65 Prozent. Der Kühlbedarf unterbietet diesen sogar um 82 Prozent. Das erreichten die Architekten vor allem durch die Verbesserung der Kompaktheit des Gebäudes, die konsequente Wärmedämmung von Wand- wie Dachflächen und die Bereinigung von Wärmebrücken durch den Abbruch untergeordneter Gebäudeteile. Alle Fenster und Glasflächen wurden als Ug 0,7 W/m2K ausgeführt und sämtliche Räume erhielten eine kontrollierte Lüftung mit effizienter Wärmerückgewinnung. Zudem gibt es nun Warmwasserkollektoren am Dach. Mit dem Klima:Aktiv Gebäudestandard werden neben der Energieeffizienz die Planungs- und Ausführungsqualität, die Qualität der Baustoffe und Konstruktion sowie zentrale Aspekte zu Komfort und Raumluftqualität von neutraler Seite beurteilt und bewertet.

Versicherungsanstalt für Eisenbahn und Bergbau (VAEB)

Architect: Architects Collective ZT-GmbH (AC)
Team (AC): Andreas Frauscher, Richard Klinger, Mathias Lang (Projektleiter), Harry Leuter, Valentina Petrovic, Kurt Sattler (Partner-in-Charge), Thomas Spindelberger, Fei Tang

Generalplaner: Arge GBS (AC/Nuhsbaumer/Palme)

Fachplaner:
HKLSE: Ing Peter Palme GmbH
Tragwerksplanung: Gmeiner Haferl ZT-GmbH
Lichtplanung: Fourth Minute GmbH
Küchenplanung: Vertec GmbH
Grünraumplanung: Weidlfein Gartenkunst
Brandschutzplanung: Auctor GmbH

Project team:
Projektsteuerung: SVD GmbH
Begleitende Kontrolle: Ingenos Gobiet GmbH
Örtliche Bauaufsicht: TB Landauer GmbH

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Eingesetzte Produkte

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