Herbert Hirche, geboren 1910 in Görlitz, studierte nach einer Tischlerlehre von 1930 bis 1933 am Bauhaus in Dessau und Berlin, unter anderem bei Ludwig Mies van der Rohe, in dessen Büro er bis 1938 arbeitete. Der Mitarbeit bei Egon Eiermann und Hans Scharoun folgte 1947 die Berufung als Professor an die Hochschule für angewandte Kunst, Berlin-Weißensee, und 1952 an die Staatliche Akademie für bildende Künste, Stuttgart. Als deren Rektor, als Gründungsmitglied des Deutschen Werkbund Berlin, als Präsident des Verbandes Deutscher Industriedesigner (VDID) und als Mitglied des Rat für Formgebung gehörte Hirche bis zu seinem Tod 2002 zu den prägenden deutschen Gestaltern der Nachkriegszeit. Neben vielen Möbelprogrammen, etwa dem auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel gezeigten Programm 480, hat er für Wilkhahn das Verwaltungsgebäude entworfen (1960).

Herbert Hirche hat als Architekt und Designer nachhaltig die Geschichte des Industrie-Designs nach dem Zweiten Weltkrieg beeinflusst. Er zeigte als ein leiser, ernster Gestalter durch seine Arbeiten eine grundlegende kulturelle Haltung, die frei von schnellen Trends und Modernismen eher im sozialen Bewusstsein des Bauhauses zu suchen ist.
Für die Rosenthal Einrichtung schuf Hirche 1980 den formal klar reduzierten Serierwagen »Servant«.