„Wie in Echt…“


In Kooperation mit dem Computergrafik-Forum Evermotion hat das Schweizer Möbelunternehmen AAndres einen Wettbewerb ausgeschrieben. Die Aufgabe bestand darin, 3D-Visualisierungen unter Verwendung der modularen Möbelsysteme „Eileen“ und „Frank“ zu erstellen. Bewertet wurde dabei unter anderem die Qualität des Renderings, der Einsatz des Lichts, die Idee der Inszenierung, die Präsentation der Möbel aber auch die Liebe zum Detail.
 

Sicher hätte AAndres ihre existenten, modularen Möbelsysteme auch fotografieren lassen können, aber dies ist einfacher gesagt als getan. In einer Villa in Belmont-sur-Lausanne, entworfen von dem Architekturbüro zo2studios, ist beispielsweise ein neun Meter hohes „Frank Pro“ Regal installiert, das neben der greifbaren Produktqualität aufgrund seiner Größe real beeindruckt. Dieser Eindruck lässt sich aber leider nicht so einfach fotografisch vermitteln. Denn eben die Architektur des Hauses verhindert eine entsprechende Abbildung: Ein passender Bildausschnitt ist nicht zu finden. Und aus diesem Grund macht die virtuelle Darstellung Sinn. Schöpfer künstlicher Welten werden aufgefordert dreidimensionale Räume zu kreieren, in denen die klug konstruierten Regalmöbel „Eileen“ und „Frank“ auch innerhalb einer zweidimensionalen Abbildung imponieren können.
„Wie in Echt…“
1. Preis Jeffrey Faranial (Philippinen)

Eingereicht wurden 83 Renderings von 58 Teilnehmern aus insgesamt 20 Ländern weltweit. Das Niveau war so hoch, dass neben den ersten 3 Plätzen noch 10 weitere Einreichungen mit einem „Honorable Mention“ ausgezeichnet wurden.

Der sehr seltene Versuch hingegen, mit wenigen Accessoires und Büchern auf den Möbel und im Regal virtuell alles möglichst beiläufig aussehen zu lassen, reicht nur für die leblose Atmosphäre, die wir aus mittelmäßig dekorierten Einrichtungsgeschäften kennen. Die technische Qualität der Arbeiten geht einfach einher mit dem Aufwand, der betrieben wird.
„Wie in Echt…“
3. Preis Egor Goray (Ukraine)

Sind die Regale aber mit hunderten von Büchern gefüllt, die, mit Gebrauchsspuren und Eselsohren detailgetreu erstellt, auch mal quer liegen, und ist einen Skizzenblock mit Bleistift im Bildvordergrund platziert, so als hätten ihn der Besitzer gerade eben dort abgelegt und kleben ein paar Post-Its dran, fühlt man sich sofort in die reale Welt versetzt. Die installierten Neonröhren mit Abnutzungserscheinungen, die Lautsprecher- und Elektrokabel, die Versorgungsleitungen, die Polsterung an Decke und Wand und einige Computer, die nicht mehr ganz up to date sind, vervollständigen digital das reale Bild – allein es fehlt der Staub. Aber wir wollen nicht übertreiben – denn wenn ein Mensch dazu noch die Empathie aufbringt, themenbezogene Bücher auszuwählen, die dem Möbelsystem und dem Produzenten schmeicheln, hat er den ersten Preis verdient. Jeffrey Faranial von den Philippinen hat für diese Arbeit knapp 200 Stunden benötigt.
„Wie in Echt…“
Honourable Mention für Thomas Vournazos (Griechenland)

Der dritte Preis geht an Egor Goray, er demonstriert mit der Darstellung von Natur und persönlichen Accessoires sein Können. So suggerieren ein Hut, eine Tasche, ein Schirm und noch dampfender Kaffee, dass gleich jemand diesen Raum wieder betreten wird.

Andere Präsentationen bestechen durch die Wahl des Umfeldes, das für die Inszenierung gewählt wurde. Wenn sich die eigenen Möbel in den Werkstätten des Bauhaus Dessau wiederfinden, in einer Szenerie, die nahe legt, sie wären dort damals entstanden, kann der Möbelproduzent zufrieden sein. Es gibt Möbel, die in den beeindruckenden Betonburgen von Tadao Ando und erst recht in denen von Zaha Hadid untergehen. „Frank Pro“ besteht auch darin. Und wenn ein einzelnes, neues „Eileen“ Ipad-Möbel wie ein Modell in einem Fotostudio steht und ohne Beiwerk und Verstärkung auskommt, dann fällt diese Präsentationsidee bei der Fülle der Wohnräume sehr angenehm auf.
„Wie in Echt…“
Honourable Mention für João Elias (Portugal)

Einige der Wettbewerbsbeiträge hätten in der Realität mehrere zehntausend Euro für die abgebildeten Regale verschlungen, denn „Eileen“ und „Frank“ sind mitnichten Massenware, sondern individuell angefertigte Luxusgüter. Sie haben ihren realen Preis. Wem dieser zu hoch ist, aber „Eileen“ und „Frank“ dennoch besitzen möchte, darf sich bei Evermotion bedienen. Dort gibt es das komplette System als Datensatz für 120 und einzelne Module schon ab 5 Euro – für den rein virtuellen Nutzen versteht sich.

Alle Preisträger und Honorable Mentions finden Sie unter:
http://www.evermotion.org/main/rendering_winners http://www.evermotion.org/main/rendering_winners

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.aandres.com http://www.aandres.com

http://www.evermotion.org http://www.evermotion.org