"Super Normal" ist normal In Zeiten der Krise besinnen sich viele Hersteller auf das Wesentliche. Das von Naoto Fukasawa und Jasper Morrison propagierte Gestaltungsprinzip des "Super Normal" wird zur Antwort für Produkte in Zeiten der Krise: Keine gestalterischen und formalen Experimente stehen im Vordergrund. Nicht mehr Auffallen um jeden Preis ist gefragt, sondern das sich unauffällig Einfügen. Feine Neuinterpretationen des archetypischen Stuhls waren in grosser Zahl zu sehen und sollen bei überschaubaren Entwicklungszeiten für hohe Absatzzahlen sorgen. Denn im privaten Haushalt am Küchen- oder Esstisch, ob in gewerblichen Anwendungen wie Restaurant oder Wartesaal, "Super Normal" passt (fast) immer...
Farben und Farbwechsel Nicht eine auffällige Formensprache sondern gezielte Material- oder Farbwechsel setzen Akzente. Mit minimalen Mitteln werden maximale Effekte erzielt. Produkte mit langen und kostenintensiven Entwicklungszeiten werden nicht mehr lanciert. Ebenfalls rückt die Farbe wieder in den Vordergrund. Bestehende Kollektionen werden einer zeitgemässen Farbrevision unterzogen. Zum Beispiel die neue Farbpalette von Hella Jongerius für die Vitra Standard Kollektion.
"Applied graphics" "Angewandte Grafik" als Eyecatcher für Möbel sind in Mailand angesagt: Überraschungseffekte bei den Entwürfen von Front bei Moroso. Hingeworfene Laken oder weiche Kissen sind als fotorealistische Grafik auf den Möbelbezug gedruckt. Ebenfalls bei Moroso: in die Tischplatte eingepresste Blumen von Tord Boontje - ein Thema das übrigens die schwedischen Designerinnen von Folkfom seit vielen Jahren konsequent erforschen. Besonders effektvoll ist die Reliefgrafik von Antoine Audiau und Manuel Warosz für BD Barcelona.
Moroso: Cushion Sofa, Design: Front
Senkrechtstarter 2009 Zwei Designer waren auf der Messe Mailand mit der Vielzahl ihrer Entwürfe bei renommierten Herstellern nicht zu übersehen. Vor kurzem noch als Geheimtipp gehandelte Newcomer sind beide bei den Grossen der Zunft angekommen: Nendo aus Japan und Philippe Bestenheider aus der Schweiz. Gerade Philippe Bestenheider, der erst 2007 sein eigenes Studio in Mailand und Crans Montana eröffnete, hat einen kometenhaften Aufstieg zu verzeichnen.