Gärten in Venedig? Es scheint ein Widerspruch, weckt Venedig doch sofort Assoziationen an Lagune, Kanäle, Palazzi, winzige Landbrocken dicht bebaut mitten im Wasser. Und doch gehören diese oft versteckten und nicht einsehbaren Stadtgärten als wesentliche Bestandteile zur Typologie Stadt, wie John Dixon Hunt in einer sorgfältigen historischen Analyse belegt. Wie ein Detektiv spürt er diese Gärten auf und untersucht sie auf Gestalt, Funktion, Topologie, Ökologie und auch Mythologie.
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Neben unzähligen alten Stadtstichen dienen auch Gemäldeausschnitte für die Recherche. So gibt z.B. das Gemälde „Departure of the Gondola“ von Tiepolo augenfällig den Hinweis, dass manche Gärten auch als grüne absolut private „ridotto“ unter offenem Himmel für ausschweifende Feste mit Kostümen und Musik genutzt wurden. Stiche von Coronelli und Bordoni dagegen zeigen stille und geometrisch strenge Klostergärten.
Stich von Coronelli “Isolario dell’Atlante Veneto” von 1696
Oftmals finden sich nur noch Fragmente eines wortwörtlich untergegangenen Gartens, bis John Dixon Hunt im 20. Jahrhundert bei den Gartenanlagen von Carlo Scarpa und Peggy Guggenheim ankommt. Das Buch endet mit einem Ausblick auf den Paradise Garden von Gustafson und Porter zur Biennale 2008.
Hofeingang zur Architekturfakultät von Carlo Scarpa
Skulpturengarten der Peggy Guggenheim Collection von Giorgio Bellavitis
Facts Autor: John Dixon Hunt 223 Seiten, 256 Abbildungen 29,4 cm x 23,6 cm, gebunden Verlag Birkhäuser, Basel Boston Berlin 2009 Preisempfehlung des Verlags: 64,09 EUR ISBN 978-3-7643-8943-7 Text englisch