Susanne Fritz

Autor

Susanne Fritz
Zürich   Schweiz

Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights


Architonic hat für Sie die swissbau 2010 in Basel besucht, deren Fokus in diesem Jahr auf Ökologie und Nachhaltigkeit gerichtet war. Aus der Fülle der Exponate haben wir für sie unsere Favoriten zusammengetragen und auf Innovation, Technologie und ihre architektonischen Qualitäten geprüft. Im Folgenden stellen wir Ihnen die neuesten Produkte vor, sowohl für den Aussenbereich als auch für den Innenraum...
 

Neue Technologien für die Aussenhülle

Gasser Fassadentechnik präsentierte sich mit einem der überzeugendsten Standbauten: Blau glasierte, konkav vertiefte Naturton-Elemente in Wabenform erzeugten ein faszinierendes Oberflächenspiel. Hersteller der TERRART® gennanten Fassadensystems ist die Firma nbk. Dank des flexiblen Unterkonstruktions-Systems TERRART® -Flex und frei wählbaren Sonderformen und Rastergrössen wird eine freie Fassadengestaltung möglich, die nur noch an wenige Prämissen gebunden ist..
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Fassadenplatten ‚Terracotta’ von nbk / Gasser Fassadentechnik AG

Die Firma Schweizer kombinierte eine Holz-Metall-Schiebetür mit Photovoltaik-Elementen:
Ein cleverer Schachzug, denn die Elemente sorgen für Beschattung und generieren gleichzeitig aus dem ‚abgefangenen’ Sonnenlicht Strom. Die Energieübertragung befindet sich in der Schiebleiste der Tür versteckt.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Bild Exponat der Firma Ernst Schweizer AG, Metallbau: Holz-Metall-Schiebetür mit Photovoltaik-Elementen

‚TECU® Bond’ – der Name ist fast selbsterklärend. Als einer der bekanntesten Hersteller von Kupfer-Fassaden ergänzte die Firma kme sein Sortiment mit Kupfer-Sandwichplatten nach dem Vorbild des Marktführers ALUCOBOND®. Kupferbleche der Stärke 0,5 mm werden unter hohem Druck beidseitig mit einem Kunststoffkern aus Polyethylen verklebt – eine extrem widerstandsfähige Materialverbindung.
Das Ergebnis ist ein Fassadenwerkstoff, der sich leicht verarbeiten und montieren lässt. Die Kupferflächen sind werksseitig mit einer Schutzfolie versehen, die das Material während der Bauphase wirksam vor Verunreinigungen schützt. Nach dem Verlegen wird sie mühelos entfernt. Entgegen dem Kupferblech, das eine ‚dellige’ Optik besitzen kann, ist Tecubond planeben und verwindungssteif. Es erlaubt zudem eine grossflächige Fassadeneinteilung.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
‚TECU® Bond’ von kme, Bild: kme

Der Spezialglas-Hersteller Schott präsentierte das Verwandlungsglas MIRONA™.
Das Glas vereinigt zwei an sich gegensätzliche Eigenschaften, denn Mirona ist Spiegel und transparente Glasscheibe zugleich -je nach Beschaffenheit des Hintergrundes. Vor einer dunklen Fläche funktioniert das Glas als Spiegel. Wird dieser von hinten erleuchtet, verwandelt sich der Spiegel in eine transparente Glasfläche. Möglich wird dies durch eine beidseitige Beschichtung, eine sogenannte optische Interferenzschicht.
Mirona eignet sich für die Innen- und Aussenanwendung, hat eine hohe Witterungsbeständigkeit und kann problemlos gereinigt werden.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
‚MIRONA™’ von Schott; Bild: Schott

Reliefs erobern den Raum

Auch DuPont gelang es, einem bekannten Produkt eine neue Dimension zu verleihen. Mit der ‚3D’-Kollektion wird eine Reihe an seriell hergestellten Reliefplatten aus Corian® präsentiert, die sich für Wandbeläge im Innenraum eignen.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Corian '3D' Gauss, Bild: Du Pont

Die neue Technologie erlaubt es auch, massgefertigte Reliefs und Muster kurzfristig in Corian® zu realisieren. Das Material selbst wurde ursprünglich vor allem für Küchen-Arbeitsplatten verwendet: Es weist eine hohe Beständigkeit gegenüber Chemikalien und Verschmutzungen auf. Corian® kann fugenlos verarbeitet werden.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Corian, Exponat an der swissbau 2010, Bild: architonic

Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Corian '3D' Kollektion Phyllotaxis, Bild: Du Pont

Jago bietet Relief-Platten aus MDF für den Innenausbau an, wie zum Beispiel Wandverkleidungen oder Möbelfronten. Die Platten sind in verschiedenen Furnieroberflächen erhältlich und können mit herkömmlichem Schreinerwerkzeug verarbeitet werden.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Jago Reliefplatte Ocean, Bild: Jago

Bei der Herstellung werden die Trägerplatte und die daraufliegende Furnierschicht unter grosser Hitze und hohem Druck zu diversen Reliefstrukturen verpresst.
Die Plattengrössen umfassen- je nach Struktur des Reliefs – bis zu 3100 x 1280 mm.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Jago Reliefplatte Hohle, Bild: Jago

‚Joe’, die neue Fliesenkollektion von Tagina, spielt ebenfalls mit der 3-Dimensionalität des Reliefs. Die Fliessen wölben sich konkav nach innen oder konvex nach aussen, wodurch im Verband ein spannendes Oberflächenspiel entsteht. Joe-Fliesen werden schon wie die traditionellen Majolika-Fliessen im Zweibrand-Verfahren hergestellt. Durch mehrfache Schichten erhält die Glasur besondere Leuchtkraft und schimmernde Tiefe. Dies verleiht der Kollektion -abgesehen von der raffinierten Struktur der Oberfläche- ein besonders wertiges Aussehen.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
'Joe' Fliessen von Tagina, Bild: Tagina

Joe ist in verschiedenen Formaten erhältlich: Quadratische Fliessen für richtungslose Mosaike und rechteckige, längs gerillte Fliessen für grossflächigeres Verlegen.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Tagina Joe, verschiedene Fliessen-Grössen, Bild: tagina

Admonter- der Firmenname des Parkettherstellers geht auf die 1000jährige Tradition des Bendiktinerstiftes Admont zurück, der auch Eigentümer der 1972 gegründeten Firma ist.
Admonter Parkette und Naturholzböden sind nicht nur ein ökologisch und nachhaltig, sondern umfassen auch einen breite Kollektion, vom Antik-Look bis zur modernen Design-Edition. Letztere ist ein jährliche neues, limitiertes Sortiment und beinhaltet 2010 die Produktlinien INTENSIVE und PURE.
Das Parkett der Linie INTENSIVE erhält durch eine spezielle Oberflächenbehandlung eine gehärtete, gehobelte oder gewellte Optik mit dazu abgestimmter Farbgebung.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
links: INTENSIVE Eiche gehobelt schwarz; rechts:INTENSIVE Lärche ALT gehärtet petrol

Nur astreines Eichenparkett wird für PURE verwendet, die Farbtöne sind in weiss-grau gehalten und unterstreichen den natürlichen Charakter der Eiche. Das Ergebnis ist ein sehr kontrastreiches, fast grafisches Parkett.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
links: INTENSIVE Eiche dunkel gehobelt weiß; rechts: INTENSIVE Eiche medium gehobelt weiß

BOLON hat sich auf Bodenbeläge aus gewebtem Vinyl spezialisiert. Vinylböden vermitteln eine textiles Gefühl, bieten jedoch den Vorteil, dass sie nass gereinigt werden können und sehr strapazierfähig sind. Bolon Böden sind demzufolge für öffentlichen Bereiche zertifiziert und sind sowohl als Rollenware wie auch als Verlegeplatten erhältlich.
Die Kollektion Spektra setzt auf leuchtende Akzente. Breite Streifen bieten die Möglichkeit, mit der Perspektive des Raumes zu spielen.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Bolon Vinylboden Kollektion Spektra, Bild: Bolon

Für die Kollektion Twilight wurde zweifarbig verwobenes, metallisch schimmerndes Vinyl in interessanten Kontrast gesetzt und verleihen den Böden ein exklusives Aussehen.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Bolon Vinylboden Kollektion Twilight, Bild: Bolon

TiscaTiara, Spezialist in der Herstellung textiler Bodenbeläge, wagt sich mit Sportisca in den Kunstrasenbereich vor. GIARDINO Color ist eine polychrome Variante dieses Sportrasens, die für gestalterische Zwecke verwendet werden kann. Zwei verschiedenfarbige und verschieden hohe Flore werden miteinander verwoben. Giardino Color ist noch in der Entwicklung, wird jedoch im Frühjahr 2010 erhältlich sein.

‚Taurus’ ist als hochstrapazierfähiger Bodenbelag für den Objektbereich und öffentlichen Raum geeignet und kann sogar im Outdoor-Bereich eingesetzt werden. Geschmeidige und harte Garne aus pigmentierten Polyamiden werden vor dem Weben verzwirnt, dadurch entsteht eine materiell harte, aber optisch textil anmutende Oberfläche.
Ein interessanter Aspekt für den Architekten dürfte sein, dass Taurus individualisierbar ist und hinsichtlich Farbgebung (140 Farben) sowie Design auf das Gesamtkonzept abgestimmt werden kann. Abgesehen davon ist auch das serienmässige Design von ‚Taurus’ sehr ansprechend.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
TiscaTiara, Hartbelag-Webteppich TiscaTaurus ; Bild: TiscaTiara

Mira-x by TiscaTiara stellt den Dekorations-Stoff Bianca vor, der in weiss und schwarz erhältlich ist. Ein Laugenkrepp-Druck sorgt für das Zusammenziehen der
bedruckten Partien, die unbedruckten Flächen bleiben zudem transparenter. Aus diesem Grund entsteht ein „3D-Effekt“.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
mira-x by TiscaTiara,Dekorationsstoff Bianca, Bild: mira-x

WEB, die neue Kollektion von Objectcarpet, ist ebenfalls auf den Objektbereich ausgelegt. Hier findet sich die Relief-Idee am Boden wieder: Hohe und tiefe Strukturen wurden in den Teppichboden eingewebt.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
object carpet, Objekt-Teppichboden Pebble Beach, Kollektion Black Art

Black Art ist – wie der Name suggeriert – monochrom schwarz gehalten, doch durch die verschiedenen Florhöhen ensteht ein subtiles Muster.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
object carpet, Objekt-Teppichboden Vulcano, Kollektion Black Art

Als Begleitveranstaltung der swissbau verlieh das ‚Tapetenforum’ in einem Nachwuchs-Wettbewerb den Tapetenpreis 2010. Interessanter als das Siegerprojekt fanden wir den Beitrag ‚Alphabetical Challenge’ von Raúl Gómez Hernández, der in Kooperation mit marburg wallcoverings als Teil einer neuen Corporate Identity für die Migros Klubschule gedacht ist.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
‚Alphabetical Challenge’ von Raúl Gómez Hernández, Bild: Tapetenforum

Um der leider schlecht präsentierten Veranstaltung etwas mehr Publicity zu verleihen wurde neben den Wettbewerbs-Ergebnissen die neue Tapeten-Kollektion von Zaha Hadid by Marburg vorgestellt. Unverkennbar tragen die Tapeten ihre Handschrift und harmonieren formal mit Hadids Möbelentwürfen - neu ist der psychedelische Touch: Electric Ladyland, Basel, Schweiz. Die PR Strategie ging auf: Zaha sei dank war das Tapetenforum doch noch ein kleines bisschen sexy.
Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Zaha Hadid by Marburg, Bild: Tapetenforum

Swissbau 2010 in Basel- die Material-Highlights
Zaha Hadid by Marburg, Bild: Tapetenforum