In der "limitierten Auflage" verwischt die Grenze zur Kunst. Handwerkliche Elemente bringen Einzigartigkeit in sonst serienmäßig hergestellte Produkte.

In der "limitierten Auflage" verwischt Design die Grenze zwischen Gestaltung und Kunst. Handwerkliche Elemente bringen Einzigartigkeit in sonst serienmäßig hergestellte Produkte und werten sie auf dem Markt zu einem Kunstobjekt auf. Limitierte Auflagen befreien Designer von den Einschränkungen, denen ihre normale Arbeiten unterliegen und haben das Potenzial, die allgemeine Vorstellung von Design durch die Förderung von Experimenten zu verbreitern. Gleichzeitig müssen wir uns trotzdem ständig die Frage stellen: "Will Design schließlich doch noch Kunst sein? Widerspricht "limitierte Auflage" nicht vornherein der eigentlichen Vorstellung von Design?" Für Einige muss es faszinierend gewesen sein, die Arbeiten von Designern wie Naoto Fukasawa und Jasper Morrison in der Vitra Auflage 2007 zu sehen. Diese scheinen normalerweise die gemeinsame Idee zu haben, dass Design unauffällig und diskret sein soll, wie es bei der "Super Normal" Ausstellung der Fall war, in der man "super-normale" Objekte wie Büroklammern und Aschenbecher ausstellte.

Naoto Fukasawa und seine Chair Serie für Vitra Edition

Mingei | Design

Naoto Fukasawa und seine Chair Serie für Vitra Edition

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Die Art, wie sie die Schätzung Alltagsgegenstände förderten, erinnerte sogar an die japanische Kunst- und Handwerksbewegung der zwanziger Jahre. Diese sogenannte "MINGEI"-Bewegung (wortwörtlich übersetzt 'Kunst für Jedermann') wurde von Soetsu Yanagi (Vater von Sori Yanagi) geführt und entzündete eine akademische Diskussion über die Schätzung von Schönheit in Gegenständen des täglichen Lebens. Da es zu dieser Zeit keine Vorstellung von Design gab, betrachtete er das Handwerk als eine Methode, Objekte zu personalisieren, um die Lebensqualität der Menschen in einer kalten, mechanisierten Gesellschaft zu verbessern. Jedoch führte seine starke Leidenschaft für das Handwerk paradoxerweise zu Tonwaren und Textilien, die teilweise in aufwendiger Einzelproduktion sogar signiert wurden. Diese Produkte wurden aus Achtung vor dem Alltagsleben erzeugt, wurden aber letztendlich zu Kunstwerken, die nur für einen beschränkten Kreis von Sammlern zugänglich waren. Wir haben damals festgestellt, dass das Einbeziehen des Handwerks dem Gleichgewicht zwischen Funktion und Ästhetik im Weg steht. Und da die Verbraucher heute gleichzeitig Vielfalt und Seltenheit, Dekoration und Einfachheit, Funktion und Ornament suchen, wird sich Design als nächster Schritt wahrscheinlich zu ein Zwischenspiel aus kostenspieliger Massenware und handwerklicher Ästhetik entwickeln.

Japanische Ikats, 19. Jahrhundert

Mingei | Design

Japanische Ikats, 19. Jahrhundert

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Nihon Mingeikan (das japanische Mingei Museum) wurde von Soetsu Yanagi 1936 in Tokyo gegründet. Das traditionelle Haus hat die umfangreichste Sammlung an Objekten der Mingei Bewegung.

Soetsu Yanagi, Keramik von Bernard Leach und Shoji Hamada

Mingei | Design

Soetsu Yanagi, Keramik von Bernard Leach und Shoji Hamada

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Kostenspielige Massenware und handwerklicher Ästhetik: Shippo Teller von Hella Jongerius für Cibone, 2007

Mingei | Design

Kostenspielige Massenware und handwerklicher Ästhetik: Shippo Teller von Hella Jongerius für Cibone, 2007

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