Nora Schmidt

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Nora Schmidt
Berlin   Deutschland

Die stille Revolution


Wie sich Mini-Windräder im urbanen Raum verbreiten
 

Als New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ankündigte, seine Stadt zur Nummer Eins der amerikanischen Eco Cities zu machen, ging ein ungläubiges Raunen durch die Reihen. Eine Zehnmillionenstadt in beachtlichem Masse mit Windkraft zu betreiben, klingt zunächst mal wie ein kühner Traum. Doch darf man nicht vergessen, dass wir uns in den Vereinigten Staaten befinden und dort träumt man ja bekanntermassen amerikanisch.
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Energy Ball von Home Energy
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Tatsächlich liegt Herr Bloomberg nicht so falsch mit der Annahme, dass Windkraftwerke im Zukunft durchaus auch im urbanen Raum Anwendung finden können. Mittlerweile gibt es zahlreiche Unternehmen, die sich auf die Entwicklung von Micro-Windturbinen spezialisiert haben, welche individuelle Stromerzeugung möglich machen. Die gewonnene Energie wird dann entweder ins Gesamtstromnetz eingespeist, kann mit einem entsprechenden Stromspeicher aber auch zur netzunabhängigen Selbstversorgung dienen – womit der grosse Trend des "mobile living" einmal mehr an Relevanz gewinnt.
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Vertikal- und Horizonal-Achsen-Wind-Turbinen (VAWT and HAWT) vom britischen Herstellers Quietrevolution und dem kalifornischen Unternehmen Aerovironment
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Bislang nahm man von innerstädtischen Windkraftanlage Abstand, da es an konstanten Windverhältnissen mangelt und die Rotoren immer noch eine gewisse Geräuschkulisse mit sich bringen.
Mit der Entwicklung kleinerer Anlagen könnte sich dies in Zukunft ändern. Grundsätzlich unterscheidet man bei den Mini-Repellern zwischen "Vertical" und "Horizontal Axis Wind Turbines" (VAWT und HAWT). Letztere sind jene, die wir von den riesigen Windrädern und Off-Shore Windparks kennen. Sie können in kleinen Ausführungen auf Hochhausdächern montiert werden. Bei idealer Ausrichtung sind sie sehr effektiv. Allerdings geht von Ihnen durch die Übertragung von der horizontalen Drehachse auf die vertikale Befestigung eine gewisse Vibration aus, deren Auswirkung auf die Gebäudestruktur beachtet werden muss.
VAWTs sind weniger anspruchsvoll, was ihre Ausrichtung angeht, da die Blätter den Wind aus allen Richtungen einfangen können. Ausserdem ist er durch die direkte Übertragung des Windes auf die vertikale Achse sehr viel leiser. Vertikale Turbinen sind insgesamt jedoch weniger effizient als HAWTs und die Investitionskosten amortisieren sich damit sehr viel langsamer.
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Die Windturbinen des texanischen Unternehmens Broadstar können problemlos auf Dächer montiert werden
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Bleibt zu hoffen, dass die kostspielige Anschaffung und Montage nur noch eine Frage der Zeit ist, denn mit rund 10 000 Kilowattstunden, die beispielsweise die Turbinen von Quietrevolution jährlich produzieren, kann man durchaus ein 20-Mann- Büro oder zwei Niedrigenergiehäuser betreiben. Und seit sich der Stromriese RWE an dem gerade mal 3-jährigen britischen Unternehmen beteiligt hat, verstummen hoffentlich auch die letzten Skeptiker moderner Windenergie.
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Windrad von der amerikanischen Firma Mariah Power
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Windrad des kanadischen Unternehmens Wind Simplicity
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