Susanne Fritz

Autor

Susanne Fritz
Zürich   Schweiz

Designer Portrait: Rich, Brilliant, Willing


Rich Brilliant Willing - auch wenn der Name des Designstudios von Theo Richardson, Charles Brill und Alexander Williams einen selbstironischen Tenor hat, charakterisiert er das Trio sehr treffend: Sie sind reich an Ideen, kreieren brillantes Design und besitzen den Willen, Neues und Aussergewöhnliches zu schaffen.
 

Als Absolventen des Studienganges Möbel-Design der Rhode Island School of Design, die mit der Cooper Union als die renommierteste Kunsthochschule in den USA gilt, gingen die drei Freunde zuerst getrennte Wege, um sich dann später ein Atelier zu teilen. Die Zusammenarbeit in den kleinen, familiären Klassen an der RSID schweisste sie eng zusammen und so wurde ihre Aufträge in der professionellen Welt ebenfalls schnell zu gemeinsamen Projekten - aus der unverbindlichen Ateliergemeinschaft entwickelte sich eine erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft.
Designer Portrait: Rich, Brilliant, Willing
Charles Brill, Alexander Williams, Theo Richardson (von links)

Theo Richardson, Charles Brill und Alexander Williams teilen unter vielem anderem die Idee, mit einfachen Mitteln ausgefeilte Entwürfe zu entwickeln.
Inspirieren lassen sie sich zum Teil durch Industrieabfälle, gefundene Objekte, Geräte oder Serienbauteile. Diese werden re-interpretiert oder bilden die Basis zur Entwicklung einer Konstruktion. Einfachheit als Entwurfsprinzip führt durch geschickte Umsetzung zu anspruchsvoller Gestaltung.
Designer Portrait: Rich, Brilliant, Willing
Industriedesigns des 19. Jahrhunderts: Glasisolatoren dienten in Nordamerika zur Isolierung von Telefonkabeln und Überlandleitungen

So zum Beispiel die Lampenserie „Light without Darkness“, „In the Right Light“ und „Bright Side of Life“.
Die Leuchten wurden durch ein Fundstück frühen Industriedesigns des 19. Jahrhunderts inspiriert: Glasisolatoren dienten in Nordamerika zur Isolierung von Telefonkabeln und Überlandleitungen, so wie die in Europa üblichen Keramikisolierungen.
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Prototypen der Lampenserie 'Light without Darkness', 'In the Right Light' und 'Bright Side of Life' in einer Ausstellung bei Partners & Spade in New York

Designer Portrait: Rich, Brilliant, Willing
Lampenserie 'Light without Darkness', 'In the Right Light' und 'Bright Side of Life'.

Die Garderobe „Timberly“ ist an eine Werkstattwand angelehnt, also eine Holz- oder Lochblechplatte mit Nägeln, welche in einer Werkstatt zum Zwecke der übersichtlichen Befestigung von Werkzeugen auf Griffhöhe an einer Wand befestigt wird. Die Nägel selbst wurden durch Aufhängungen, die Präzisionswerkzeugen ähneln, ersetzt – eine interessante Umkehrung, denn das Werkzeug wurde zu seinem eigenen Platzhalter.
Designer Portrait: Rich, Brilliant, Willing
Garderobe "Timberly": Aufhängungen, die Präzisionswerkzeugen ähneln

Designer Portrait: Rich, Brilliant, Willing
"Timberly" Prototype

Für den Körper der "Channel Lamp" dienten ausschliesslich 1-Inch-Konstruktionsteile als Ausgangslage. Dieses Konzept unterstreicht wieder einmal das Credo des Design-Trios, aus industriellen Standardteilen eine raffiniertes Objekt zusammenzusetzen.
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Für den Körper der "Channel Lamp" dienten ausschliesslich 1-Inch-Konstruktionsteile als Ausgangslage

Designer Portrait: Rich, Brilliant, Willing
Channel Desk Lamp von Rich, Brilliant, Willing

Fast könnte man meinen, Rich Brilliant Willing hätten die Arte Povera weiterentwickelt zu einem Designkonzept, das statt einfachen Materialien präzise Standard-Industrieteile verwendet– doch der Name ihres Brands widerlegt dies wohl. Arte Povera goes Rich.

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