Simon Keane-Cowell

Autor

Simon Keane-Cowell
Zürich   Schweiz

Design Israel


Die Fertigstellung des Design Museum Holon in Israel, Ron Arads neuem architektonischen Meisterstück, signalisiert einen Entwicklungsschub israelischen Designs.
Architonic sprach mit einigen bereits etablierten Vertretern und neuen Talenten der wachsenden Designszene des Landes, wie Kuratoren, Designern und Lehrenden über die Bedeutung und das Potential israelischen Designs...
 

Design Israel
Detail des Design Museums Holon von Ron Arad; Foto Yael Pincus

Israel – die Erwähnung des Wortes allein kann eine starke Reaktion auslösen, egal auf welche politische Orientierung man trifft. Die Welt ist voll von den verschiedensten Meinungen über den Konflikt im Nahen Osten, doch was wirklich fehlt, ist eine Aussicht auf Veränderung und politische Stabilität in dieser gebeutelten Region.
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Detail des Design Museums Holon von Ron Arad; Foto Yael Pincus

Wenn man Design als eine konstruktive Kraft sieht, eine Kraft, die unser Leben angenehmer macht und die unsere Kultur verändert, dann kann man die jüngsten Entwicklungen in Israel als gutes Omen betrachten. Denn es hat sich eine vielversprechende israelische Design-Szene herausgebildet, sowohl von Designern die im Land selbst tätig sind, als auch von im Ausland arbeitenden Gestaltern.
Das kleine aber feine Design Museum in Holon, das vor ein paar Monaten seine Pforten eröffnet hat, signalisiert dem Land selbst und auch über seine Grenzen hinaus, dass Israel eine rege und ernst zu nehmende kreative Szene besitzt, die sich international behaupten kann.
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Die kürzlich eröffnete Design Galerie Paradigma in Tel Aviv

„Das Museum selbst ist das bedeutendste Objekt unserer Kollektion,“ verkündet Galit Gaon, die Kreativ-Direktorin des Design Museums Holon, mit offensichtlichem Stolz. „Dieses Gebäude ist das gebaute Zeichen für die Herausbildung einer echten zeitgenössischen Design-Kultur in Israel, ein Ort der Ausstellung modernen Designs und - “, wie Galit hervorhebt, „ein fesselndes Werk an sich.“

Dem in Grossbritannien wohnhaften Ron Arad, einer der bekanntesten kreativen Köpfe Israels, widmete die Barbican Gallery in London erst vor kurzem eine Retrospektive. Arad gab dem Gebäude einen unverwechselbaren und fast emotionalen Ausdruck durch die geschwungene, raumgreifende und grosszügige Form, die vielversprechend für ihre Inhalte wirbt. Oder wie Galit definiert: „In der Architektur des Museums geht es - wie in der Ausstellung selbst - um Design, um Erfahrungen, Beziehungen.. das Gebäude vermittelt also die Werte eines gut konzipierten Museums, bevor man es gar betritt.“
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Die neue Design Galerie Paradigma in Tel Aviv

Das neue Museum ist ein Ort des Widerspruches – was kein Nachteil ist, sondern ein Mehrwert des Gebäudes. Erstens wurde das Projekt von der Stadt finanziert, was durch den Zusatz Design Museum Holon klar kommuniziert wird. Zweitens hat es sich der Bürgermeister von Holon, Moti Sasson, zur Aufgabe gemacht, ein kulturelles Vermächtnis zu schaffen, das mit François Mitterrands Ambitionen verglichen werden kann (dessen grösstes Bauprojekt der Neubau der „Bibliothèque nationale de France“ war, nach ihm „Bibliothèque nationale François Mitterrand“ benannt). Acht verschiedene Museen wurden in Holon in den letzten zehn Jahren eröffnet und das neue Museum soll nun Design an zur Tagesordnung der Einwohner Holons machen. „Design hat mit Menschen und der Gemeinschaft zu tun,“ sagt Galit. „Design hat auch einen edukativen Charakter, und dieser kann dazu beitragen, das Zusammenleben in der Stadt zu verbessern.“
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'Draw me a lamb(p)' LED Leuchte von David Keller

Doch das Museum hat auch internationale Bestrebungen. Nicht ganz zufällig wurde der im Ausland wohnhafte, internationale Star-Architekt Ron Arad ausgewählt, denn die Institution soll kein Ort ausschliesslich israelischen Designs sein. Galit stellt klar: „Dies ist kein israelisches Design–Museum sondern ein internationales Museum. Wir vertreten eine länderübergreifende Sicht der Dinge und halten es deshalb für wichtig, israelische Designer neben internationalen Designern zu zeigen. Das macht dem Publikum deutlich, dass wir ein Teil der Welt sind und die israelischen Designer Teil des internationalen Design-Geschehens sind. Wir sind nicht andersartig.“
Die Ziele der Kuratoren sind hoch gesteckt und scheinen mit der Aufsehen erregenden Architektur des Museums mithalten zu wollen. Diese ist zwar von der räumlichen Dimension her klein, doch die sehr skulpturale Fassade aus Corten-Stahl ist sicherlich keine zurückhaltende Geste: Architektur als kultureller Katalysator, dessen Effekte bereits ihre Wirkung zeigen.
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'Pola' LED Pendelleuchten aus Styropor von Etay Amir

„Der Markt für Design in Israel steckt immer noch in seinen Kinderschuhen,“ meint Anat Benvenisti, Eigentümer der neuen Design-Gallerie Paradigma in Tel Aviv.
„Doch die Eröffnung des Design Museums Holon erregte grosses Aufsehen und brachte Design ins Rampenlicht.“ Benvenisti eröffnete die Gallerie, weil es „ keine echte Design-Plattform gab für Kunstsammler und Design-Liebhaber“.
Der Effekt, den die Eröffnung des Museums verursachte, „gab der Design Szene einen Schub. Jetzt wollen sogar Kunstgalerien Designer ins Programm nehmen.
Bildung braucht jedoch Zeit, und nur die Zeit wird uns zeigen, ob sich eine längerfristige und fundierte Community an Design-Sammlern herausbildet.“
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Naama Hofman's '001' LED Leuchten, die verblüffend einer Neon-Röhre ähneln

Limitierte Design-Editionen, an deren wirklichem Wert sich oft die Geister scheiden, sind ein Teil des alltäglichen Design-Diskurses. Doch wo finden sich die Jungdesigner wieder? „Die Förderung junger und talentierter Designer ist eine der Aufgaben, die sich unsere Galerie gestellt hat,“ betont Benevisti, der sich der Förderung von Nachwuchsdesignern ebenso verpflichtet hat wie Galit Geon.
Doch darüber hinaus findet er es wichtig, dass die jungen Talente ihre Werke auch anderswo ausstellen: „Der wichtigste Ort, um Design auszustellen, ist nicht in Israel, sondern Mailand, New York, Paris und so weiter. Ausstellungen in Israel sind ein Anfang, doch nicht das grosse Ziel.“
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Das Design Studio Bakery, von links nach rechts: Gilli Kuchik, Ran Amitai and Gil Sheffi

Eine Gruppe an Studierenden stellte am SaloneSatellite in Mailand aus, der Plattform für junges Design im Rahmen des Salone del Mobile.
Unter der Schirmherrschaft von d-Vision fand ein Industrie-Design Praktikum des multinationalen Kunststoff-Herstellers Keter statt. Fünfzehn Design-Studenten stellten die Kollektion 'On/Off' vor, eine Serie an höchst innovativen und faszinierenden Objekten, die mittels Verwendung von LEDs Themen wie Energieverbrauch und Lichttechnologie behandelten. Das Projekt wurde von Ezri Tarazi, selbständiger Designer und Vorsteher des Departements für Industriedesign an der Jerusalem's Bezalel Academy of Art and Design, kuratiert. Das Ziel des Projektes: „Mit jedem Objekt wird auf eine einfache und klare Weise eine Geschichte erzählt, die den Betrachter überraschen soll.“
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'Nature of Material' Stühle aus lasergefrästem und gefaltetem Aluminiumblech, von Ran Amitai/Bakery

Die neue Generation an jungen, israelischen Designern sind sich der neu formierenden Design-Kultur ihres Landes bewusst und voller Enthusiasmus, dazu beizutragen.
David Keller, einer der Teilnehmer des diesjährigen Kurses von Ezri Tarazi, der als Kind mit seiner Familie aus Russland emigrierte, betrachtet die ethnische Diversität Israels als kreative Stärke.
„Israel ist eine Gemeinschaft von Immigranten,“ sagt er. „Und es ist ein junges Land. Ich lebe in Jerusalem, dessen hybride Kultur verschiedenster Ethnien israelische Designer mit neuen Ideen versorgt.“ Das hört sich sehr vielversprechend an, doch wie sieht es wirklich aus mit den Perspektiven junger Design-Absolventen auf eine längerfristige Anstellung? „Es ist nicht einfach,“ gibt David zu, „aus diesem Grund ziehen viele Industriedesiger wahrscheinlich nach Europa. Man muss ausdauernd sein - und gut.“
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Detail des 'Elastic Wood' Stuhls von Gil Sheffi/Bakery

Sein Kommilitone und ebenfalls Teilnehmer des Projektes, Etay Amir, analysiert eine starke Konzeptlastigkeit zeitgenössischen israelischen Designs. Es entstehe aus der Notwendigkeit, argumentiert er, denn die relative Ignoranz der lokalen Industrie gegenüber Design verursacht, dass die Designer nach jeder Möglichkeit greifen, die sich ihnen bietet: Wettbewerbe, Ausstellungen in Gallerien etc.
Dadurch entsteht eine künstlerische und weniger funktionale Ästhetik: „es ist sicher richtig, dass israelisches Design – wenn es überhaupt möglich ist, solche landestypischen Stile zu definieren - bis jetzt oft mit „Ready-made-Design“ assoziiert wurde, und mit der Verwendung gefundener billiger Materialien, die zu Unikaten assembliert wurden. Amir vertritt eine industrielle Herangehensweise, obwohl er einsieht, dass sich Industriedesign in Israel immer noch in der Entwichlungsphase befindet. „In Israel ist es schwierig, ein „grosser“ Designer zu sein.“
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'Industrial Upholstery' Stühle von Gilli Kuchik/Bakery

Für Naama Hofman, die erst kürzlich am Shenkar College of Engineering and Design abschloss und in der Zona Tortona des diesjährigen Salone del Mobile ausstellte, führt die Popularität des „Ready-made“ in der Vergangenheit als gestalterische Ausdrucksform für Designer auf die limitierten industriellen Herstellungsmöglichkeiten in Israel zurück, jedoch auch auf ein generelles Gefühl der Instabilität, das eine vorausschauende Planung verhindert.
In letzter Zeit gab es eine Art Aufwachen unter den jüngeren Designern und eine Öffnung und Anpassung in Richtung der globalen Strömungen. Das macht es noch schwieriger, einen typisch israelischen Design-Stil zu definieren. Für Naama Hofman ist es jedoch exakt das Fehlen eines designgeschichtlichen und technologischen Hintergrundes, welches es unmöglich macht, in traditionelle Denkweisen zu verfallen und die es forcieren, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Der Innovations-Geist junger israelischer Gestalter kann ihrer Meinung nach auch global gesehen einen grossen Beitrag an die zeitgenössische Design-Kultur darstellen.
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Shay Alkalay and Yael Mer, alias Raw Edges, an der Design Miami Basel 2009, an der sie als 'Designers of the Future' gelistet waren

Ezri Tarazi – ein vielseitiger und erfolgreicher Designer, der Karriere in Israel gemacht hat (zusätzlich zu seiner lehrenden und praktizierenden Tätigkeit als Designer war er auch eine zeitlang Partner in IDEOs israelischer Depandance), sieht 2010 als Wendepunkt in der Designgeschichte des Landes. „Ein Zusammentreffen vieler Aspekte sowie eine Kulmination vieler Prozesse führte dazu,“ erklärt Tarazi. „In den letzten 10 Jahren mussten viele israelische Designer ins Ausland gehen, um etwas zu erreichen. Design aus Israel stammte immer von einem sehr kleinen Zirkel an lokalen Designern.
In Tarazis Sicht hat das Internet dazu beigetragen, diesen karrierebedingten Emigrations-Trend israelische Designer zu vermindern, indem ihre Arbeiten und Ideen für die internationale Design-Branche zugänglich wurden. Das Design Museum Holon sieht er als weiteren Indikator dieser Entwicklung und der Aufbruchstimmung in Israel.
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'Felt Chair' Experiment von Raw Edges

Ein weiterer Faktor ist die Ausbildung in den gestalterischen Bereichen, welche die wachsende Bedeutung des Designs forciert und wiederum auch auf eine steigendes Interesse daran antwortet.
Zusätzlich zu Bezalel, Shenkar und dem Departement für Industrie-Design in Holon wurden auch eine Reihe kleinerer Schulen im letzten Jahr gegründet. „Wir haben eine grosse Nachfrage an Studienplätzen im Bereich Industrie-Design. Demzufolge haben wir auch viele Abgänger,“ bestätigt er. Drei dieser Absolventen haben sich zum Tel Aviver Design Studio Bakery zusammengeschlossen: Gil Sheffi, Gilli Kuchik und Ran Amitai erfuhren viel Beachtung an der diesjährigen Mailänder Möbelmesse mit ihren geschliffenen und ausgearbeiteten Entwürfen. Sie wollen unbedingt in Israel bleiben und Gil Shefi bekräftigt: „Wir hoffen wirklich, dass wir von Israel aus erfolgreich sein können. So seltsam das Land auch ist, wir lieben es.“ Gilli Kuchik fügt hinzu: „Wir hoffen, dass Design von der Industrie in Zukunft stärker eingebunden wird, besonders junges Design.“ Amitai sagt halb im Spass, halb im Ernst, dass es wohl auf das richtige Angebot ankommt, ob sie im Land bleiben.
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'Stack' Kommode von Raw Edges für Established & Sons, Teil der Sammlung des MoMA's

Zwei junge Design-Ateliers, eines davon in Israel selbst, das andere in London, haben sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht: Reddish und Raw Edges; Beide Büro-Partnerschaften sind auch privat liiert, sind sowohl konzeptstark als auch am Puls der Zeit. Yael Mer & Shay Alkalay, die Gründer von Raw Edges, sind beide in Tel Aviv geboren und schlossen in Bezalel ab. Danach gingen sie an das Royal College of Art, um bei Ron Arad zu studieren. „Seine Tür war immer offen,“ sagt Yael Mer und meint dies wahrscheinlich im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Yael und Shay blieben in London, und können mittlerweile auf ein beeindruckendes und technisch innovatives Werk blicken. Sie sind mit ihren Entwürfen bei bedeutendsten Herstellern wie z.B. Established & Sons und Cappellini vertreten.
An der Design Miami Basel wurden sie als „Designer of the Future“ geehrt, um nur eine der Auszeichnungen zu nennen, die sie erhalten haben. Auf die Frage, warum sie nicht nach Israel zurückkehrten nach ihrer Ausbildung antwortet Yael Mer: „London ist der ideale Ort, um sich ein Netzwerk aufzubauen. Wir hatten einfach das Gefühl, dass es der Weg sei, praktizierender Designer werden zu können. Mer und Alkalay sind Teil des „Okay Studios“ , ein Londoner Kollektiv sehr internationaler junger Designer, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsame Ausstellungen organisieren. „Wenn man am Anfang als Designer nur für sich selbst arbeitet, kann man verloren gehen in seiner Arbeit“, erklärt Mer.
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'Tailored Wood Bench (TWB)' von Raw Edges für Cappellini

Auf die israelische Design-Community angesprochen, definiert sich Mer als „London based Israeli designer.“ Das bedeutet nicht, dass sie in Israel nicht tätig ist: Alkalay und sie halten oft Design Workshops für Studenten in Bezalel.
Naama Steinbock und Idan Friedman, alias Reddish, sind ebenfalls in der Lehre tätig.
Beide schlossen am Holon Institute of Technology ab, an dem Naama dann ab 2006 unterrichtete. Im Gegensatz zu Raw Edges konnten sie ein erfolgreiches Design Studio in ihrer Heimat etablieren – einfach war es jedoch nicht. „Um in Israel als Designer Karriere zu machen, muss man es wirklich lieben, praxisbezogen zu arbeiten,“ sagt Friedman.
„Doch das Potential der Design Szene wächst: Die Israelis lernen Design langsam zu schätzen, und Firmen sehen den Mehrwert, den Design erwirkt. Und die Designer selbst denken mittlerweile globaler.
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Idan Friedman and Naama Steinbock, die das Design Studio Reddish bilden

Reddish verkörpern diese global denkenden Designer – ihr Werk wird oft im Ausland gezeigt und taucht auch in den bekannten Design-Blogs auf. „Wir reisen soviel wie möglich, aber am liebsten arbeiten wir hier,“ erklären sie. „Unsere Reisen bereichern uns und helfen uns, empfänglich für neue Ideen zu bleiben.“
Sehr traditioneller Natur war jedoch der Ausgangspunkt für eines der faszinierendsten Projekte von Reddish: Ihre Serie von Interpretationen der „Menorah“ ist zurückzuführen auf eine Inspiration aus der altertümlichen Kultur des Judentums. „Wir ertappen uns dabei, dass unsere Arbeit soziale Kommentare enthält,“ räumen sie ein, „doch es sind immer subtile Kommentare.“
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'Naked Louis 900' Leuchte von Reddish

Gibt es überhaupt Raum für solche Kommentare, besonders politisch gesehen, wenn man bedenkt wie offensichtlich die Probleme sind? Sind israelische Designer dazu bereit, in ihrem Werk politische Themen zu verarbeite, oder versuchen sie es gerade wegen der Omnipräsenz der Politik im Alltag zu vermeiden?“
Obwohl die Arbeiten von Bakery bisher nie politisch motiviert waren, schliesst Gil Sheffi dies nicht aus: „ Politik ist immer ein grosses Thema in Israel. Es liegt deshalb auf der Hand, dass Design dadurch beeinflusst wird.“ David Keller bestätigt, dass Politik eine direkte oder subtilere Wirkung auf Design ausübt. „Alle Entwürfe sind fast gezwungenermassen dadurch geprägt, wo man lebt,“ präzisiert er. Naama Hofman unterscheidet hingegen zwischen konzeptuellen Entwürfen und industriell hergestellten Objekten: „Die politische Situation in Israel ist problematisch, deshalb ist es sehr empfehlenswert, eine politisch neutrale Gestaltung für Massenprodukte zu wählen. Denn niemand will linksorientierte Milch, oder einen politisch rechten Stuhl.
Design Israel
'Menorah' Leuchter von Reddish

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'Sucker' Schrank von Reddish

Eine sehr direkte künstlerische Stellungnahme ist der politische Kommentar von Ron Froms, einem Shenkar-Absolventen : „Goods from Israel“ ist eine Schokoladen-Kollektion, die mittels Ironie auf eine sehr treffende Art und Weise auf die Situation des Landes verweist. Eine Karte der West Bank, die Israels Landesgrenzen und sogar die Raketenstationierungen des Gazastreifens zeigt, wurde in bitter-süsse Schokolade konfektioniert. Einen wahrhaft absurden Gegensatz zur tatsächlichen Situation bildet diese Delikatesse, die in einer hübschen Verpackung präsentiert wird.
Angesichts der politischen Leitlinien hinsichtlich gestalterischer Arbeit ist diese Arbeit mehr als nur mutig: „Nachdem erkannt wurde, wie wichtig Design für die lokale Wirtschaft ist, wurde der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Industrie viel Bedeutung beigemessen,“ erklärt Idan Friedman von Reddish. Ezri Tarazi traf sich sogar mit Regierungsvertretern, um ein staatliches Förderprogramm zu diskutieren, das Designer bei der Produktentwicklung unterstützen soll. Er bezeichnet dies als „neue Revolution“.
Design Israel
'DeFocus' Sessel von Ezri Tarazi, aus alten Israelischen Strassenschildern angefertigt, welche Fragmente des Wortes „Jerusalem“ in 3 verschiedenen Sprache enthalten.

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Ezri Tarazis Sofa 'Crowded'

Eine sehr direkte künstlerische Stellungnahme ist der politische Kommentar von Ron Froms, einem Shenkar-Absolventen : „Goods from Israel“ ist eine Schokoladen-Kollektion, die mittels Ironie auf eine sehr treffende Art und Weise auf die Situation des Landes verweist. Eine Karte der West Bank, die Israels Landesgrenzen und sogar die Raketenstationierungen des Gazastreifens zeigt, wurde in bitter-süsse Schokolade konfektioniert. Einen wahrhaft absurden Gegensatz zur tatsächlichen Situation bildet diese Delikatesse, die in einer hübschen Verpackung präsentiert wird.
Angesichts der politischen Leitlinien hinsichtlich gestalterischer Arbeit ist diese Arbeit mehr als nur mutig: „Nachdem erkannt wurde, wie wichtig Design für die lokale Wirtschaft ist, wurde der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Industrie viel Bedeutung beigemessen,“ erklärt Idan Friedman von Reddish. Ezri Tarazi traf sich sogar mit Regierungsvertretern, um ein staatliches Förderprogramm zu diskutieren, das Designer bei der Produktentwicklung unterstützen soll. Er bezeichnet dies als „neue Revolution“.
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'New Baghdad Table' von Ezri Tarazi

Wenn Galit Gaon über „Design der Veränderung anstelle von Design für den eigenen Profit“ spricht, dann meint sie vielleicht diese Art engagierten Designs, das sich mit Politik beschäftigt, sei es lokal, regional oder global. Darüber, was das Museum für eine politische Rolle spielt, ist sie sich noch nicht ganz im Klaren („ich bin mir nicht sicher ob es so ist, aber ich möchte es nicht ausschliessen“ kommentiert sie mit echter Aufgeschlossenheit), doch eines scheint ihr klar zu sein: Das Museum wird eine aktive Rolle darin spielen, den Wert von Design für die Gesellschaft hervorzuheben.
„Design und Mitgefühl, Design und Geduld, Design und Dialog. Die Rolle der künstlerischen Gestaltung unserer Umwelt sollte klar definiert sein und Designer sollten sich in diese Richtung bewegen. Ich hoffe, dass das Museum hinsichtlich dessen eine klar umrissene und kraftvolle Position vertreten wird.“ Die derzeitige Entwicklung israelischen Designs zeigt, dass diese Stellungnahmen nie zu laut und zu deutlich sein können.
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'West Bank Barrier' aus Ron Froms Schokoladen Kollektion 'Goods from Israel'

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'The Qassam Rocket from Gaza' aus Ron Froms 'Goods from Israel' Schokoladen Kollektion

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