Susanne Fritz

Autor

Susanne Fritz
Zürich   Schweiz

Das stilhaus im Bau


Daniel Medina verwirklicht seine Vision fürs Bauen und Einrichten auf 20.000 m2
 

Private Bauherren bauen meist nur einmal im Leben. Hierbei werden Sie als Laien mit einer hochkomplexen Fachwelt konfrontiert und müssen „Entscheide fürs Leben“ in der betreffenden Immobilie fällen. So mancher Hausbau hat schon zum Ende einer Ehe – im besten Falle nur zu grauen Haaren geführt.

Aber auch in Begleitung seines Architekten sucht der Bauherr oft vergeblich nach Möglichkeiten, Anschauungsbeispiele und Produkte verschiedenster Gewerke vereint an einem Ort begutachten, ausprobieren und vergleichen zu können.
Das soll nun anders werden: Daniel Medina will mit seinem visionären Projekt die komplexe und teils frustrierende Informationsbeschaffung mit dem direkten Produkterlebnis zusammenführen oder zumindest den Zugang zu kompetenter Beratung und Planung vereinfachen. Im stilhaus sollen sich auf 20.000 m2 ausgewählte, qualitativ hochstehende Marken und Dienstleister der Branchen rund ums Bauen, Renovieren und Einrichten präsentieren.
Das stilhaus im Bau
Grosszügige und offene Architektur kennzeichnet die Eingangshalle des neuen stilhauses, die sich noch im Rohbau befindet

Die Auswahl der Aussteller wird vom stilhaus nach klaren Kriterien vorgenommen. Dabei spielt die Qualität und die Nachhaltigkeit der Produkte eine wichtige Rolle. Passt ein Produktsortiment nicht in das Konzept des stilhauses, wird der Bewerber abgelehnt, denn das Format des stilhauses ist nicht auf maximalen Flächenertrag ausgerichtet, sondern hat zum Ziel, die Besten unter einem Dach zu vereinen.
Zur Kuratierung in gestalterischer Hinsicht sagt Daniel Medina: „Was den Geschmack angeht, versuchen wir, uns frei nach Dieter Rams daran zu halten, dass gutes Design so wenig Design wie möglich ist. Trotzdem werden Sie bei allen unseren Partnern auch eine persönliche Handschrift erkennen. Das ist auch gut so. Denn es gibt kein „richtiges Design“ und schon gar keines, das wir unseren Kunden vorschreiben wollen.“

Ein Nebeneinander von Fachhandel, Fachmesse und Fachplaner

Die Vorteile für den Bauherren liegen auf der Hand: Alle Gewerke stehen im stilhaus nebeneinander, wodurch eine viel umfassendere Information möglich wird und im Idealfall Berater, Experten und Planer vor Ort durch den direkten Austausch Hand in Hand arbeiten. So erschliessen sich auch dem Laien die Zusammenhänge und Synergien im Zusammenspiel zwischen den einzelnen Planungseinheiten wie Bodenbelag, Küche, Bad, Beleuchtung und Einrichtung. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Die Gestaltung der Lichtplanung kann mit dem Küchen- und Badplaner abgestimmt werden.
Der Erfolg dieses Konzeptes wird also stark von der Qualität der Berater vor Ort abhängen, die durch die Fachhändler und Hersteller gestellt werden. Laut Konzept bietet das stilhaus sogar Architekten und Innenarchitekten, die sich als Dienstleister einmieten und die der Kunde für die Beratung aber auch für die gesamte Planung buchen kann.
Neben dem Fachhandel, den stilhaus zum Teil auch selber betreibt, und den Verkaufsflächen der Hersteller, bietet das stilhaus auch ein Schaufenster für die Designbranche: 'Die Form' ist eine 3000 Quadratmeter grosse Ausstellungsfläche im Erdgeschoss des stilhauses und bildet eine auf dem Schweizer Markt einmalige Plattform für internationale Marken des Premiumsegmentes aber auch für hochwertige Newcomer aus den Bereichen Möbel, Textil, Licht, Accessoires und innovativem Produktdesign – eine kleine Ganzjahres-Fachmesse.
Das stilhaus im Bau
Blick auf die stilhaus Eingangshalle im Rohbau – ab Herbst 2012 werden die Besucher hier im stilhaus Restaurant empfangen

Hier werden insbesondere Unternehmen angesprochen, die sich im Fachhandel nicht ideal oder umfassend präsentieren können. 'Die Form' bietet rund 50 Herstellern die Möglichkeit, ihre Produkte im Kontext ihrer eigenen Marke zu präsentieren. Die Mietkosten entsprechen der Grössenordnung eines ganzseitigen Inserates in der Fachpresse, was sehr attraktiv sein kann, wenn tatsächlich während eines ganzen Jahres das richtige Zielpublikum zum richtigen Zeitpunkt präsent sein wird. Das Modell scheint bereits ein Erfolg zu sein, denn trotz der strengen Auswahl der Hersteller sei die Fläche so gut wie ausgebucht.
Als eine Art permanente Messe stellt 'die Form' auch einen Service für den Aussendienst der Hersteller oder die Architekten und Planer dar. Erwerben kann man die Ausstellungsobjekte ausschliesslich über den Fachhandel oder bei den Händlern im stilhaus.

Treff- und Schnittpunkt zwischen den Ballungszentren der Deutschschweiz

Geografisch befindet sich das stilhaus am Schnittpunkt der Autobahnen zwischen Zürich, Bern, Basel und Luzern. Rund 750.000 Kunden besuchen jährlich das Areal am Autobahnkreuz A1/A2. Dieser Ort bietet im wörtlichen und übertragenen Sinne „Frei-Raum“ für die Schaffung einer eigenen Identität: die Ausstellungsfläche des stilhauses ist mit 20.000 m2 beachtlich und das Architekturkonzept des Gebäudes liesse sich in einem urbaneren Kontext nicht verwirklichen.
Das bedeutet keinesfalls, dass das stilhaus nur von ausgedehnten Parkplatzflächen umgeben ist. Ein Park neben dem Parkplatz verschafft dem stilhaus eine besondere Attraktion: Inmitten des von einem Landschaftsarchitekten gestalteten Gartens wird das moderne und prototypische Wohnhaus „Max“ gebaut. Es soll symbolhaft für das ganzheitliche Format des stilhauses stehen und neuste Produkte und Trends aufzeigen. Und weil ein Picknick im Park einen Ausflug gelungen abrundet, stellt das stilhaus auch ein kulinarisches und kulturelles Angebot. Neben innovativer Gastronomie stehen Räume für Meetings, Veranstaltungen und Ausstellungen zur Verfügung. „Sie können im stilhaus auch einfach geniessen, gut essen oder ein Glas Wein trinken, sich von einem breiten Kulturangebot inspirieren lassen oder auch Meetings jeder Art durchführen,“ ist Daniel Medina wichtig.

Das stilhaus im Bau
Visualisierung der Fassade und des Parks, der das stilhaus umgibt

Solide Vorbilder und Hintergründe

Wer aus der Branche ist, wird beim Namen stilhaus unweigerlich an das Stilwerk in Deutschland denken. Mit Recht, denn die Ähnlichkeit der Namen endet nicht bei den Konzepten. Beim genauen Hinsehen wird aber klar, dass das stilhaus viel von den Kinderkrankheiten des Stilwerkes gelernt hat und mit einem differenzierteren Konzept und einem räumlich viel enger ineinander verzahnten Angebot an den Start geht. Und Stilwerk steht auch als „proof of concept“ Pate, denn zumindest in Köln, Hamburg und Düsseldorf sind die „Designkaufhäuser“ schon seit vielen Jahren erfolgreich am Markt. Das gescheiterte Stuttgarter Beispiel hingegen zeigt auch die Risiken, die mit einem solchen Projekt einhergehen.

Die Tatsache, dass der mutige und überzeugende Jungunternehmer Daniel Medina aus der Gründerfamilie des Möbelhauses Hubacher stammt, hinterlegt das Projekt nicht nur mit fundierter Business-Erfahrung, sondern auch mit dem nötigen Kapital. Mit stilhaus hat Medina ein unabhängiges Unternehmen gegründet, das nicht auf schnellen Profit angewiesen ist, sondern langfristig eine Vision verwirklichen will und kann. Aus unserer Sicht ist dies ein weiteres entscheidendes Argument, an die Nachhaltigkeit dieses Konzeptes zu glauben. Im Herbst 2012 findet die von der Branche mit Spannung erwartete Eröffnung des stilhauses statt.