Nora Schmidt

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Nora Schmidt
Berlin   Deutschland

Architonic Concept Space III: Bauen mit Luft


Architonic Concept Space III, gestaltet von Oskar Zieta und dem CAAD Lehrstuhl der ETH Zürich
 

Mit dem Concept Space III bildet Architonic bereits zum dritten Mal ein Forum für die architektonische Umsetzung innovativer Entwürfe und Technologien. Nach LAVA und Gramazio & Kohler führt der Zürcher Architekt, Prozessdesigner und Möbelproduzent Oskar Zieta die Serie der Architonic Concept Spaces fort. Premiere wird auf der diesjährigen imm cologne sein, um dann eine Tour zu den wichtigsten Messen des Jahres 2010 zu starten.
In unserem 'Making Of' möchten wir Ihnen einige Einblicke in die komplexe Entwicklung des Concept Spaces III ermöglichen.
Architonic Concept Space III: Bauen mit Luft
Skizzen

Mit seinem charmanten, aufblasbaren Blech-Hocker begeisterte Oskar Zieta nicht nur die internationale Designszene – der kleine 'Plopp' sollte ihm schließlich die gebührende Aufmerksamkeit für seine langjährige Forschungsarbeit am CAAD Lehrstuhl der ETH Zürich unter Professor Hovestadt einbringen. Hier entwickelte der gebürtige Pole mit seinem Kollegen Philipp Dohmen die sogenannte FiDU-Technologie (Freie InnenDruck Umformung) – ein Verfahren, bei dem präzise zugeschnittene und in Kontur verschweisste Bleche unter Hochdruck zu komplexen Volumina aufgeblasen werden. Aus 2D wird 3D – was 'Plopp' im Kleinen demonstriert, besitzt allerdings das Potential für größere Dimensionen.
Architonic Concept Space III: Bauen mit Luft
Papiermodelle

Ziel ist es langfristig FiDU-Elemente in der Architektur, beispielsweise in flexiblen Tragwerkssystemen oder Fassadenelementen, einzusetzen. Denn neben den hervorragenden statischen Eigenschaften – das Aufblasen der Bleche führt zu statisch optimalen Körpern – ist FiDU in vielerlei Hinsicht ein besonders sparsames Verfahren. Im Gegensatz zu Spritzguss, Hydroforming oder zur Extrusion, die aufwendige und kostspielige Werkzeuge und Gussformen voraussetzen, benötigt FiDU nicht mehr als eine Matrize und einen Schweissroboter. Die zweidimensionalen Zuschnitte können einfach transportiert und dann vor Ort aufgeblasen werden.
Architonic Concept Space III: Bauen mit Luft
Entwurfsvarianten des Architonic Concept Space III

Der diesjährige Architonic Concept Space III bietet Oskar Zieta und seinem Team nun die Plattform, mit der neuen Technologie erstmals ein architektonisches Projekt zu realisieren. "Hier bekommen wir die Chance, unsere Forschungsergebnisse zu demonstrieren. Ausserdem gewinnen wir neue Erkenntnisse über den Produktionsprozess, Proportionen und Materialien, die nur eine 1:1 Umsetzung bieten kann", so Zieta.
Das modulare Tragwerksystem, das aus mehreren identischen und stapelbaren geometrischen Raumstrukturen besteht, setzt sich aus aufgeblasenen und robotisch miteinander verschweissten Segmenten zusammen. Ein austariertes Gleichgewicht an Zug- und Druckkräften verleiht ihnen maximale Stabilität. Durch die regelmässige Aneinanderreihung bildet sich ein Raum, dessen Konstruktion, die kräftigen Knotenpunkte und relativ schmalen Stäbe, an Knochenbau erinnern lässt und zu dessen statischem Prinzip viele Parallelen gezogen werden können.
Architonic Concept Space III: Bauen mit Luft
Aufgeblasene Blechmodell in kleinerem Massstab

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Architonic Concept Space III: Bauen mit Luft
Arbeitsnotizen für die Produktion

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Architonic Concept Space III: Bauen mit Luft
Entwurf für die imm cologne 2010

"Natürlich wollten wir auch einen Eye-catcher entwerfen, der rein funktionale Messestand hat längst ausgesorgt. Die expressive Erscheinung ist aber trotzdem vor allem das Resultat konstruktiver Berechnungen. Ein Messestand muss flexibel, leicht und stabil sein. Bei diesen Vorgaben landet man sehr schnell bei dem Dreieck, der statisch stabilsten Grundform", erklärt Oskar Zieta.

Wir danken unserem Partner und Sponsor Messerli - Kommunikation im Raum für Projektmanagement, Messebau und Logistik bei der Umsetzung des Architonic Concept Space III.
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