Das Bauhaus war eine der ersten Hochschulen für Gestaltung und hat in den 14 Jahren seiner Existenz nicht nur zahlreiche der bedeutendsten Künstler, Architekten, Designer und Grafiker seiner Zeit vereint, sondern auch eine Blaupause für die umfassende Gestaltung und Modernisierung der Industriegesellschaft geliefert. Wie allgemeingültig und einfach die Gestaltungsprinzipien des Bauhauses sich weltweit für viele Aufgabenstellungen adaptieren liessen, konnten weder die Lehrer und Studierenden noch der Rest der Gesellschaft erahnen. So musste die Schule auf Druck konservativer politischer Kräfte mehrfach ihren Standort wechseln: Von Weimar über Dessau nach Berlin, wo das Bauhaus 1933 unter dem politischen Druck der Nationalsozialisten geschlossen wurde.
Paradoxerweise war gerade die politische Drangsalierung des Bauhauses Auslöser für die Entfaltung seiner weltweiten Bedeutung. Viele der ehemaligen Lehrer emigrierten in die Vereinigten Staaten und nahmen dort als Professoren grossen Einfluss auf Generationen von Architekten und Produktgestaltern. Walter Gropius und Marcel Breuer lehrten an der Harvard University, Mies van der Rohe am IIT in Chicago, Josef Albers am Black Mountain College, um nur einige zu nennen.
So wundert es nicht, dass der Begriff Bauhaus zum Stil wurde und heute generell für eine radikale Modernisierung in Architektur und Alltagswelt mit allen negativen Begleiterscheinungen und Auswüchsen steht.
Walter Gropius, 1928. Foto: Associated Press, Berlin Bauhaus-Archiv Berlin