Architonic Newsletter 10.2012

Liebe Leser,

In diesem Newsletter dreht sich alles um die Natur. In welcher Hinsicht dies der Fall ist, werden Sie bestimmt schnell feststellen. Weiter ist nun der letzte Block an Fachmessen und Design Festivals für dieses Jahr abgeschlossen. Wie gewohnt waren wir für Sie vor Ort und haben die Events für Sie fotografisch Dokumentiert. Nun aber viel Vergnügen bei der Lektüre!

Hier die Inhalte unseres Oktober Newsletters in Kürze:

  • Zu Ihrer Erleichterung: Moderne Architektur für öffentliche Toiletten
  • Soul Man: Ask Emil Skovgaard
  • Architonic Fototouren Herbst 2012: Interieur Kortrijk, Orgatec Köln
  • Architonic Produkte & Materialien: Inspirierende Suchergebnisse N° 10
  • Architonic Architektur & Design: Inspirierende Räume N° 3
  • Die neusten Projekte aus unserer 'Architektur & Design' Bibliothek

Lassen Sie sich inspirieren!

 

Ihr Architonic Team

Zürich | Mailand | Barcelona | Berlin | Köln | Kopenhagen | Stockholm | London

Auf 1200 Meter über Meer gelegen, krallt sich der gekippte Kubus von LJB Architects auf der Spitze des Aurlandsfjellet in Norwegen fest; Foto L J B AS, E Marchesi, Statens Vegvesen

 

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Zu Ihrer Erleichterung: Moderne Architektur für öffentliche Toiletten

Wir möchten mit Ihnen über eine etwas heikle Angelegenheit sprechen. Die Toilette. Das WC. Das stille Örtchen. Ganz gleich wie Sie es nennen, wir benötigen alle regelmässigen Zugang zu dieser sehr banalen Umgebung. Deshalb ist es erfrischend, eine Reihe von neuen öffentlichen Toiletten zu sehen, bei denen einmal grösserer Wert auf das Design gelegt wurde als das sonst üblicherweise im Lauf unserer Geschichte der Fall war. Also hinsetzen, entspannen und vergessen Sie nicht, alles gut durchzuspülen.

 

Roadside Reststop Akkarvikodden in Lofoten, Norwegen wurde vom Osloer Architekturbüro Manthey Kula konzipiert um den arktischen Naturgewalten zu trotzen; Foto Knut Hjeltnes

 

Man sagt, dass der Tod der grosse Gleichmacher ist. Aber Ihre ganz alltäglichen, banalen Körperfunktionen haben fast die gleiche Wirkung. Auch Königliche Hoheiten müssen ab und zu auf diesem speziellen Thron Platz nehmen. Londons V & A Museum ist nur eines von vielen Gebäuden des 19. Jahrhunderts, das eine spezielle Toilette für den Besuch von Queen Victoria errichtet hatte. (Die Scherze über diese königliche Thronbesteigung haben wir alle schon gehört.)
Da der Bedarf an öffentlichen Bedürfnisanstalten nicht verschwinden wird – es sei denn die Evolution entwickelt eine andere Methode der Entsorgung der Abfallprodukte unseres Körpers - ist es etwas überraschend, dass die öffentliche Toilette als Gebäudetyp nicht mehr und niemals kontinuierliche Beachtung gefunden hat. Das heisst, es wurden in der Praxis einige Versuche unternommen, durch mutige und innovative Formen und Materialien Strukturen zu schaffen, die diesen Gebäudetyp aufwerten sollten. Sie sollten ihren Zweck als Toiletten erfüllen aber auch die Umgebung, in der sie sich befinden, architektonisch gestalten, sei es in städtischer oder ländlicher Umgebung. Für sie ist das Wort „Klo“ absolut kein Schimpfwort.

 

Rostender Cortenstahl bildet die Grundstruktur des fensterlosen Toilettengebäudes, das den Architekten zufolge die Möglichkeit zur Pause von den Landschaftseindrücken und andere Sinneseindrücke bieten soll; Fotos Paul Warchol

Das Verhältnis von natürlicher Umgebung und gestalterischem Eingriff im Rahmen einer öffentlichen Toilette ist vielleicht nirgends so nachdrücklich betont wie auf den Lofoten, Norwegen. Eine vorhandene Struktur wurde ersetzt. Diese war durch die dramatisch heftigen arktischen Winde dieser Region aus ihren Fundamenten gehoben worden. Das Architekturbüro Manthey Kula aus Oslo hat ein Projekt geliefert, das die ziemlich vornehme Bezeichnung 'Roadside Reststop Akkarvikodden' erhielt.

Wenn Sie mal so richtig schön austreten möchten, können Sie wahrscheinlich keinen spektakuläreren Ort wählen. Die Lofoten liegen nördlich des Polarkreises, und die Toilette befindet sich neben einer der nationalen touristischen Routen Norwegens, die entlang einer schmalen Hochebene zwischen den Bergen und dem Meer führt. Vielleicht wider aller Erwartungen bietet die geschweisste Kortenstahl-Struktur jedoch keinen Ausblick. Das Fehlen von Fenstern nimmt dem Benutzer vorübergehend den Kontakt zur direkten Umgebung.

 

Während ein Oberlicht das Tageslicht ins Innere der Konstruktion dringen lässt, sorgen Cortenstahl sowie innenliegende Betonwände dafür, dass das Gebäude nicht dem Schicksal seines Vorgängers erliegt; nämlich dem, vom Wind zerlegt zu werden; Foto Paul Warchol

 

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Soul Man: Ask Emil Skovgaard

Würde man nach einem Aushängeschild für die Slow Design Bewegung suchen, wäre Ask Emil Skovgaard ganz bestimmt Teil der engeren Auswahl. Der Kopenhagener Kreativkopf, der sich auf einem schmalen Grat zwischen Design, Handwerk und Kunst bewegt, bringt in seiner Arbeit unter anderem die pure Freude am Werkstoff zum Ausdruck und kommentiert damit auch den oftmals kompromittierten Wert von massenproduzierter Ware. Architonic traf Skovgaard zum Gespräch über seinen Ansatz der Gemächlichkeit.

 

Der 'Cloud' Tisch von Ask Emil Skovgaard, Hergestellt aus Nussbaum und Padauk: "Dinge brauchen Zeit und gute Dinge brauchen ein gutes Stück Zeit", sagt der Designer

 

Die Lage von Ask Emil Skovgaards Atelier hinter dem alten Kopenhagener Gemüsemarkt hat etwas sehr treffendes. Müsste man nämlich die Ästhetik seiner sehr skulpturell angehauchten Arbeiten – hauptsächlich sind dies Tische, Stühle und Kunstwerke – in einem einzigen Adjektiv beschreiben, so wäre wohl "organisch" der passende Ausdruck.

Bei der Arbeit mit seinem Lieblingswerkstoff, dem Holz ("Eben gerade weil es nicht perfekt ist, ist Holz das perfekte Material"), verbringt Skovgaard viel Zeit damit - und hier steht wirklich die Zeit im Mittelpunkt - seine formalen Ideen und sein handwerkliches Geschick so zusammenfliessen zu lassen, dass daraus Objekte entstehen, denen man den Arbeitsaufwand und die Liebe, die in sie investiert wurde, ansieht. 

 

Die filigranen Holzverbindungen an Ask Emil Skovgaards 'Cloud' Tisch erzählen von der Zeit, die in sie investiert wurde

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Architonic Fototouren Herbst 2012: Interieur Kortrijk, Orgatec Köln

Wie eingangs schon erwähnt gehört der letzte grosse Block an Design Festivals und Fachmessen für dieses Jahr nun schon wieder der Vergangenheit an. An der Designbiennale Interieur Kortrijk und der Orgatec Köln waren wir für Sie unterwegs um unsere Eindrücke in Form unserer bekannten Fototouren festzuhalten. Natürlich waren wir nicht nur mit der Kamera unterwegs, sondern hatten auch das Vergnügen an der Interieur Kortrijk unsere zwei neuen Apps "Best Belgian Design Brands" und "Best Dutch Design Brands" zu lancieren, sowie anlässlich der Orgatec Köln die neue App "Best Contract Design Products" der Öffentlichkeit vorzustellen, sowie mit Hilfe unserer Sponsoren Monkey 47 Gin und Thomas Henry Tonic Water eine unserer legendären Architonic Discos zu feiern. Falls aus unerfindlichen Gründen ein grosses Architonic-Neonlogo bei Ihnen zuhause steht - wir wissen von wo Sie es haben!

 

Interieur 2012 in Kortrijk

Ende Oktober war es wieder so weit: Die Designbiennale Interieur nahm zum 23. Mal die belgische Stadt Kortrijk in Beschlag - diesmal im wahrsten Sinne des Wortes. Das neu eingeführte Konzept nach dem Motto "City in the biennale and biennale in the city" überzeugte dadurch, dass die Veranstalter mit einer grossartigen Mischung aus Messe und kuratierten Ausstellungen die beiden aufwändig gestalteten Hauptlocations nicht von einander trennten, sondern viel mehr mit Schauplatz-übergreifenden Ausstellungen inhaltlich sowie durch einem Shuttle-Service auch in Sachen Transport ideal miteinander verbanden.

 

Orgatec Köln 2012

Trotz der in letzter Zeit doch eher unsicheren Wirtschaftslage herrschte an der Orgatec Köln vom 23. bis 27. Oktober gute Stimmung. Die Büro- und Objektausstattungsmesse bestätigte einmal mehr ihre international führende Rolle im Objektbereich und überzeugte unter anderem mit der Auswahl an qualitativ hochwertigen Ausstellern sowie dem professionellen Rahmenprogramm, das sich mit globalen Trends befasste. Wie gewohnt zeigen wir Ihnen in unserer Fototour zur Orgatec die Messeauftritte unserer Architonic Member.

 

Architonic Concept Space an der Orgatec 2012

Nach der Premiere letzten April in Mailand zeigten wir den Architonic Concept Space IV nun zur Orgatec Köln in einer grösseren Ausführung. In Zusammenarbeit mit Beat Karrer, dem  Erfinder des Innovativen Materials FluidSolids® und Designer des Concept Space IV, wird dieser stetig weiterentwickelt.

 

Architonic Disco im King Georg

 

Erfolgreiche Tage auf der Messe sind gut und recht, aber die besten Kontakte knüpft man im lockeren Kontext abends nach dem harten Geschäftstag. So luden wir ein weiteres mal zur Architonic Disco im Kölner Club King Georg, wo wir - unterstützt durch unsere Sponsoren Monkey 47 Gin und Thomas Henry Tonic Water - bis in die frühen Morgenstunden feierten. Hier ein paar wenige Eindrücke des Abends - am besten ist es jedoch noch immer live vor Ort. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle die vorbei gekommen sind - und sorry für die lange Schlange vor der Tür!

 

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Architonic Produkte & Materialien: Inspirierende Suchergebnisse N° 10

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Architonic Architektur & Design: Inspirierende Räume N° 3

Die neusten Projekte aus unserer 'Architektur & Design' Bibliothek

 

Henn Architekten

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Siba Sahabi

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