Newsletter 08.2011

Liebe Leser,

Der Definition nach sind Lochfassaden massive Aussenwände mit regelmässigen und klar abgegrenzten Fenster- und Türöffnungen. In diesem Newsletter zeigen wir Ihnen anhand einiger jüngst entstandener Projekte einen völlig anderen Typus von "Loch-Fassaden", die das Loch nicht zur Aussparung machen, sondern zum Thema.

Des weiteren können Sie mehr über Sam Wilkinson erfahren. Der junge britische Designer beweist mit seiner Energiespar-Glühbirne "Plumen 001", die mit dem Preis "UK Design Museum's Design of the Year 2011" ausgezeichnet wurde, dass formale Ästhetik genauso wichtig wie zweckdienliche Funktion ist.
   
Die Perforationen des vom Pariser Architekturbüro Jakob + Macfarlane entworfenen Orange Cube ist mit perforiertem Streckmetall verkleidet; Foto: Roland Halbe

Ausserdem stellen wir eine Auswahl von Neubauten internationaler Konzerthallen und Opernhäuser vor, auf deren Architektur in ihrem Inneren ein Loblied gespielt werden könnte.

Und hier die Inhalte des Newsletters in Kürze:

* Loch-Fassaden: Perforierte Architektur-Materialien
* How Many Designers Does It Take to Change a Light Bulb?: Samuel Wilkinson
* High Performance Spaces: concert halls and opera houses that hit the right note
* Die Architonic App: Ihr umfassendes Design-Nachschlagewerk für die Hosentasche
* Die neuesten Projekte aus unserem Architonic Architektur & Design Online-Magazin



Lassen Sie sich inspirieren!

Ihr Architonic Team
Zürich | Mailand | Barcelona | Berlin | Köln | Kopenhagen | Stockholm | London | Miami
 
 
Loch-Fassaden
Perforierte Architektur-Materialien
 
Perforierte Wände, Fassadenelemente und Raumabschlüsse werden seit Jahrhunderten eingesetzt, sei es als Schutz vor Blicken oder um den Lichteinfall zu kontrollieren. Die Funktionen sind bis heute mehr oder weniger dieselben geblieben, doch die Materialien, Methoden und Herstellungstechniken haben sich beträchtlich verändert.
Was früher von Hand ausgeschnitten, gekerbt oder geschnitzt wurde, wird heute mittels computergesteuerter CNC Technik schnell und präzise aus den verschiedensten Materialien heraus gefräst. Architonic stellt Ihnen hier einige der neuesten Projekte vor, bei denen perforierte Materialien gekonnt eingesetzt wurden.
   
Zwei grosse Hohlräume durchbrechen das Volumen und bringen Tageslicht ins Innere; Foto: Roland Halbe
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Perforierte Blenden und Läden können über ihre Funktionalität hinaus dazu dienen, der Fassade eines Gebäudes einen besonderen Charakter zu verleihen. Im mediterranen Raum prägen in fröhlichen Farben gestrichene Fensterläden das Stadtbild und schützen das Innere des Hauses vor der Hitze der Mittagssonne. Darüber hinaus schaffen sie Privatsphäre und dienen als Einbruchschutz. Im mittleren Osten, Nordafrika und Asien finden sich ornamentale, handgeschnitzte Trennwände, oft kunstvoll in traditioneller Handwerkstechnik gefertigt.
Die Komplexität der Schnitzkunst zeugt vom Wohlstand oder Status des Besitzers, wobei die aufwändigsten Arbeiten meist in Moscheen, Tempeln oder anderen religiösen Stätten zu finden sind.
Zeitgenössischen Architekten dienten diese ornamentalen Raumabschlüsse als Inspiration und fanden sich in letzter Zeit in einem modernen Kontext oder in abstrahierter Form oft wieder.
   
Der trichterförmige Hohlraum schneidet sich durch die Deckengeschosse hindurch und bildet Balkone und offene Bereiche; Foto: Roland Halbe

In Klimata mit aggressiver UV Strahlung ist eine den Umweltbedingungen gut angepasste Planung der Tageslichtöffnungen, Beschattung und Sonnenschutz sowie natürlicher Ventilation und Kühlung unabdingbar. Piercy Connor Architects zeigen mit dem Restello Apartment Building im indischen Kalkutta, dass Ganzglasfassaden auch in sonnenintensiven Gegenden möglich sind - vorausgesetzt, dass ein adäquater aussenliegender Sonnenschutz vorhanden ist. Dieser besteht aus perforierten Stahl-Blenden, die sowohl vor Sonne als auch vor Regen schützen und den Lichteinfall in das Gebäude regeln - ohne auf den spektakulären Ausblick zu verzichten.
Die perforierte Hülle wird horizontal durch doppelstöckige Terrassen unterbrochen.
Dadurch wird die klare Trennung zwischen innerer und äusserer Gebäudehülle verwischt.
Das filigrane Muster der Fassade zitiert auf abstrahierte Weise den lokalen Stil und bringt einen gesprenkelten Lichteinfall hervor, der den Eindruck natürlichen Schattenwurfs erweckt.
   
Der polygonale Körper wurde in CNC gefrästen Sperrholzplatten verkleidet, deren Muster durch polnische Scherenschnittkunst inspiriert wurde
 
 
How Many Designers Does It Take to Change a Light Bulb?: Samuel Wilkinson
 
(Text in English only)

When young British designer Samuel Wilkinson set out to redesign the standard low-energy light bulb, with the aim of making it work just as hard aesthetically as it does environmentally, he was in for a long trek. Journeying beyond the safe and familiar territory of the archetype is seldom easy, particularly when you have to develop a new set of manufacturing methods to realise your product. In conversation with Architonic, Wilkinson sheds some light on his award-winning 'Plumen 001' bulb.

   
Young British designer Samuel Wilkinson's low-energy 'Plumen 001' light bulb (developed in collaboration with Hulger), whose innovative design earned it the accolade Brit Insurance Design of the Year 2011; photo Andrew Penketh
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There are certain object types that have a kind of 'naturalness' about them, a taken-for-grantedness, so ubiquitous are they or long-standing. The incandescent light bulb is one of these. Ask someone to sketch one for you and you're more than likely to end up with the familiar round glass form that narrows at the bottom (or top, depending on which way up you're visualising it) to form its metal contact.
   
'I think you have to survive in this industry. It's certainly not the easiest ways to make a living but can be amazingly rewarding when it starts to work': Samuel Wilkinson

Perhaps design is at its most meaningful when it's deployed to challenge the inevitability of archetypes, replacing the script of 'This is the way it is' with 'Why does it need to be this way?'. Young British designer Sam Wilkinson, whose aesthetically charged 'Plumen 001' low-energy light bulb (developed in collaboration with Hulger) scooped the covetable Design Museum's Design of the Year 2011 award, is an enthusiastic writer of such scripts. 'To work on a project that has the potential to be a real game-changer is always an interesting challenge,' the London-based creative tells Architonic.
   
Wilkinson's limited-edition 'Vessels' series for UK manufacturer Decode, designed especially to house the 'Plumen 001' bulb, is being developed into a production series, to be launched in September during this year's London Design Festival
 
 
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High Performance Spaces
Concert halls and opera houses that hit the right note
 
(Text in English only)

If music be the food of love, then where better to dine out than a world-class concert hall or opera house? Here, Architonic examines a number of recently completed architectural projects that perform as hard as the artists who take to their stages. Play on.
   
Henning Larsen Architects' new Harpa Concert & Conference Centre was conceived of as part of Reykjavik's harbour-development project; photo © Osbjørn Jacobsen
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Given the digital times in which we live, there's something reassuring about the fact that intelligent, relevant and inspiring performing-arts venues are still managing to be designed and built. In all their glorious materiality, they cock a cultural snook at the ever-growing disembodied consumption of online and downloaded music, dance and other art forms.

Perhaps its a hard-wired social desire that we, as humans, have to congregate and experience performance en masse and unmediated, or maybe it has something to do with the perceived value of such buildings in terms of the cultural profile they can lend a city (and the economic benefits that often attend this), but, whatever the reasons for their continued need, a number of architects are ensuring that newly commissioned concert halls, opera houses and cultural centres in general are as performative in terms of their design as the activities they house.
   
Frank Gehry's New World Center in Miami Beach, Florida, features an 80-foot-high glass curtain wall and giant LED screen on the exterior, while inside the auditorium sail-like acoustic-panels-cum-projection-screens animate the space; photos Claudia Uribe
 
 
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Trans-kontinentales Design
Istanbul Design Week 2011
 
Die Istanbul Design Week, die vom 28. September bis zum 2. Oktober zum sechsten Mal stattfindet,
hat sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Anlass in der Design-Welt entwickelt. Die alte Galata Brücke ist ein symbolträchtiger Veranstaltungsort, verbindet die Brücke, die das goldene Horn überspannt, doch Orient und Okzident.
  Trans-kontinentales Design

Gemeinsam mit dDf und Hurriyet wurde ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt, welches Design, Trends, Mode, Wissenschaft, Architektur und Technologie thematisiert und durch Ausstellungen, Workshops und Vorträge ergänzt wird. Unter anderen konnte die IDW Lidewij Edelkoort, Amanda Levete and Tomoko Azumi als Konferenzgäste gewinnen. Nach einem erfüllten Tag voller neuer Inspirationen sollten Sie die IDW Party 2011 auf keinen Fall verpassen, denn das Panorama auf Istanbul von der alten Galata Brücke aus ist einzigartig.

Istanbul Design Week 2011
28 September bis 2 Oktober 2011
11.00 h bis 20.00 h
Eintrittspreis: Erwachsene 15 TL, Studenten 10 TL

Kontakt: info@istanbuldesignweek.com
Presse: press@istanbuldesignweek.com
www.istanbuldesignweek.com
 
 
Die Architonic App: Ihr umfassendes Design-Nachschlagewerk für die Hosentasche
 
Es ist Sommer,

Sie sind draussen bis zum letzten Sonnenstrahl - und trotzdem immer eine Nasenlänge voraus mit der ArchitonicApp auf Ihrem iPhone, iPad oder iPod Touch.
Als Architekt, Innenarchitekt, Planer oder auch einfach Designinteressierter können Sie spontan Ihren kreativen Eingebungen nun jederzeit und an jedem Ort nachgehen und professionell das richtige Produkt dazu auf www.architonic.com recherchieren.

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DESIGN DAYS GENÈVE 2011
 
Die vom 22.-25. September stattfindenden Design Days werden von 'Espaces contemporains', dem beliebtesten Architektur- und Design-Magazin der französischen Schweiz, organisiert. Der gleichermassen an die Designbranche und an die interessierte Öffentlichkeit gerichtete Anlass findet dieses Jahr zum fünften Mal in der welschen Kultur-Metropole Genf statt und zieht als Plattform der Begegnung und des Austausches viele prägende Persönlichkeiten zeitgenössischen Designs an.
   
Design Days 2009: tuk.tuk von Moyard im Hof des Musée d'art Moderne et Contemporain de Genève

Über die ganze Stadt verteilt, einschliesslich des Quartier du Bains, dem Auditorium Arditi Cinéma und den Freestudios, zeigen Designer ihr Produktdesign, limitierte Editionen, Prototypen, One-Off Stücke und Installationen. Ergänzt wird das Programm durch verschiedene Ausstellungen, darunter "Les Espaces du design", von Adrien Rovero gestaltet. Sie zeigt eine von "Espaces contemporains" kuratierte Auswahl des besten Schweizer Designs.
   
Design Days 2010: Konferenz über libanesisches Design an der ECAL mit Bokja Design

In 20 Design-Showrooms finden über die Stadt verteilt Ausstellungen zu Spezial-Themen statt. Erreichbar sind alle Veranstaltungen mit Shuttle Bussen über einen grossen Design-Pfad, dem 'Circuit du design'.
Behalten Sie auch HEAD im Kopf, die Haute Ecole d'Art et de Design, wo eine Ausstellung über Noam Toran zu sehen ist und mehrere Vorträge stattfinden, die gemeinsam mit 'Espaces contemporains' organisiert wurden.

23. September: Ignaz Favata über Joe Colombo + Alberto Alessi

24. September: Vortrag von Nitzan Cohen + Noam Toran

25. September: Schweizer Diskussionsrunde: Philippe Cramer, Jorg Böner, Philippe Bestenheider, INCH

Alle Vorträge finden in der HEAD, Boulevard James-Fazy 15, Genf statt.

Für mehr Informationen folgen Sie bitte den untenstehenden Links
 
 
Month of Design 2011 in Ljubljana, Slowenien
Month of Design 2011
 
Einen Monat lang lädt die Stadt Ljubljana ein, um auf rund 100 Ausstellungen und Veranstaltungen einen faszinierenden Einblick in die slowenische Design-Welt zu bieten - den sich im letzten Jahr
42.000 Besucher nicht entgehen lassen wollten. Die Design Expo zog weitere 8000 Besucher an, und präsentiert 2011 ein neu in sechs Bereiche aufgeteiltes Konzept:
Auf dem "Design Market" präsentieren sich Firmen, die Design in alle Prozesse miteinbeziehen, sei es Entwicklung, Produktion oder Marketing.
Des weiteren sind auf "Masters and Materials" Handwerker, Materialhersteller und spezialisierte Produzenten vertreten und können sich mit der Kreativbranche vernetzen.
 

Im "R&D" Bereich befinden sich Agenturen, Denkfabriken, Forschungsgruppen und Entwickler.
Der "Creative Drugstore" zeigt Gestalter und Designer mit ihrer kreativen Arbeit und im Bereich "Generation of Talent" können ausgewählte Studenten aus verschiedenen Studiengängen ihre Projekte vorstellen.
Der "Art Park" ist neu und bezieht die bildende Kunst und Medienkünste mit ein, wobei dies durch Installationen auf der Expo selbst geschehen kann, wie auch durch Ausstellungen oder durch ungewöhnliche Arbeitsgemeinschaften mit anderen Branchen - die Möglichkeiten multimedialier Gestaltung sind vielfältig.
 

Am 18. Oktober findet eine internationale Konferenz statt und zwei Designpreise werden im Rahmen des Month of Design verliehen: "Best Slowenian Design" und "All Design Awards".
Ersterer kürt, wie der Name schon sagt, die besten slowenischen Designer und letzterer konzentriert sich auf die "crème de la crème" des Designs und wählt aus den Gewinnern internationaler Designpreise die Besten aus.
 

Month Of Design 2011
Ljubljana, Slowenien
13. Oktober bis 13. November
www.monthofdesign.com
 
 
Internationales Design in Zürich: neue räume 2011
 
Zum sechsten Mal öffnet die Zürcher Designmesse ihre Türen zu 8000 Quadratmetern hochstehendem Design. Mehr als 90 sowohl internationale als auch schweizer Hersteller - ein grosser Teil davon ist auch auf Architonic vertreten - präsentieren Möbel, Lampen, Küchen, Badeinrichtung und Textilien.
Die relativ junge Messe hat sich in der Schweiz innerhalb kurzer Zeit zur wichtigsten Plattform für neue Trends, Ideen und Produkte entwickelt und bietet neben vielen internationalen Top Herstellern einen sehr umfassenden Überblick über "Design made in Switzerland".
 

Architonic wird selbstverständlich vertreten sein - schliesslich sind wir hier zu Hause - und gerne würden wir Sie in unserem Concept Space III begrüssen, der sowohl durch seine Ästhetik als auch der eingesetzten Technologie fasziniert und in Zusammenarbeit mit Oskar Zieta entstanden ist.
Business, Designtrends und Szene-Party - das alles können Sie also mit einer Städtereise nach Zürich verbinden.
Denn die legendäre VIP-Party sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, sie wird von unserer Freunden von Monkey 47 Gin gesponsert - und die besten Getränke werden von ebenbürtigem Sound begleitet werden.
 

neue räume 11
1. bis 6. November 2011
ABB Halle 550
Zürich-Oerlikon
www.neueraeume.ch
 
 
The Latest Projects from 'Architecture & Design' on Architonic
 
3XN
  The Latest Projects from 'Architecture & Design' on Architonic  
Museum of Liverpool, Liverpool, England, 2011; Fotograf: © Philip Handforth
Emmanuelle Moureaux Architecture + Design
   
Sugamo Shinkin Bank / Tokiwadai branch, Tokio, Japan, 2010
AGi architects
   
Secret House, Shuwaikh B, Kuwait, 2010; Fotograf: © Nelson Garrido