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Über Walter Knoll

1865 Gründerzeit


1865 gründet Wilhelm Knoll in Stuttgart ein "Leder Geschäft". Der Urvater der Knoll-Dynastie stellt in seinem Unternehmen Sitz- und Polstermöbel von besonderer Qualität her. Die handwerkliche Güte seiner Erzeugnisse lässt ihn zum "Königlichen Hoflieferanten" des Württembergischen Herrscherhauses avancieren.
Die sogenannte Gründerzeit bringt Möbelschöpfungen aus unbekümmerten Stilcollagen hervor. Man bedient sich aller Formensprachen der Geschichte, von der Gotik bis zum Barock. Dabei gilt wie in der Architektur auch in der Innenraumausstattung eine strikte Trennung zwischen Konstruktion und Form. Die Möbel sind noch weitestgehend handgefertigt. In dieser Zeit verbindet Wilhelm Knoll die Handwerkskünste des Polsterers, Tischlers und Sattlers zur anerkannten Meisterschaft.
1907 Moderne


1907 übernehmen die Söhne Wilhelm und Walter Knoll das väterliche Unternehmen. Sie fühlen sich dem Grundsatz der handwerklichen Qualität weiterhin verpflichtet. Zugleich suchen sie nun mit Enthusiasmus nach neuen Formen und Funktionen für ihre Sitzmöbel. Dieser Pioniergeist führt Walter Knoll 1921 in die USA.
Das Aufkommen der Moderne, der Erste Weltkrieg, die Weimarer Republik und die Inflation verlangen auch bei der Gestaltung von Wohnmöbeln nach neuen Lösungen. Wilhelm und Walter Knoll nehmen die Anregungen befreundeter Architekten auf. Bewusst verabschieden sie sich vom altväterlichen Lederclubsessel, greifen bei ihren Entwürfen die zeitgemäß funktionsbetonte Formensprache auf und unterstreichen sie durch farbige Stoffbezüge.
1925 Wandlung


1925 kehrt Walter Knoll zurück aus den USA. Inspiriert von Kultur und Kunst der neuen Welt gründet er eine eigene Firma, die Walter Knoll & Co. GmbH. Sie zieht 1937 nach Herrenberg um. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg geht auch Walter Knolls erster Sohn Hans nach Amerika. Er gründet dort das Unternehmen Knoll International.
Die Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer, Mies van der Rohe und Mart Stam entsprechen dem Zeitgeist. Wilhelm Knolls Entwürfe orientieren sich an dem avantgardistischen Möbelsystem für die 1927 entworfene Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Sein Antimottprogramm ersetzt Sprungfedern und üppige Polsterung durch elastische Gurte für den Federungskomfort. Als echte Pionierarbeit entstehen auch die Aluminiumstühle und -sessel für die Zeppeline.
1950 Nachkriegszeit


1950 markiert den Neuanfang nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges. Die in diesem Jahr erstmalig stattfindende Kölner Möbelmesse bedeutet für das Unternehmen Walter Knoll den Durchbruch. Der Anschluss an den Markt ist geglückt. 1964 übernimmt Walter Knolls zweiter Sohn Robert das erheblich gewachsene, florierende Unternehmen.
Organische Formen sind typisch für die fünfziger Jahre. Nierentische und Tütenleuchten werden in Serie für die kleinen Wohnungen der Nachkriegszeit produziert. Neue synthetische Materialien und neue Verarbeitungsmethoden von Holz und Metall machen den Verzicht auf Symmetrie und rechten Winkel möglich. Das Unternehmen beeinflußt den aktuellen Trend. Mit Schalensesseln in Trichterform, Polsterstühlen mit elliptischer Sitzfläche oder Cocktailsesseln mit kurvigen Konturen.
1974 Office und Objekte


1974 stehen die Produkte von Walter Knoll erstmalig auch auf der Mailänder Möbelmesse. Wichtige Großaufträge bestätigen nun die Strategie des Unternehmens. Der Geschäftsbereich Büromöbel gewinnt unter dem Label Walter Knoll Office zunehmend an Bedeutung. Mitte der achtziger Jahre wird die Firma Wilhelm Knoll von Walter Knoll & Co. übernommen.
Zwanglos und locker präsentiert sich der Einrichtungsstil der siebziger Jahre. Attribute, die in den Achtzigern zu einer wohl kalkulierten Unordnung der Wohnräume führt. Immer berücksichtigt Walter Knoll diesen Zeitgeschmack, überwindet ihn aber zugleich durch hohe formale Qualität. Für den Flughafen Berlin Tegel entsteht 1975 ein endlos addierbares Lobby-Seating-System. Im Office-Bereich münden die Entwicklungen 1988 in die Produktfamilie Primo. Bei ihr werden Prinzipien der Wohnmöbelgestaltung auf den Arbeitsplatz übertragen.
1993 Fortsetzung folgt


1993 kauft die Familie Rolf Benz das Unternehmen Walter Knoll. Der älteste Sohn, Markus Benz, übernimmt die Geschäftsführung. Er baut seither die Kompetenz für das Design moderner, klassisch-zeitloser Möbel kontinuierlich aus. Auf der Grundlage einer langen Tradition handwerklicher Qualität und stilprägender Entwürfe.
Ein spielerischer Stilpluralismus kennzeichnet den Wohnraum der neunziger Jahre. Neben puristischen Möbelkonzepten werden die Stile der vergangenen Jahrzehnte in reduziert konzentrierter Form zitiert. Unter der neuen Regie von Markus Benz bietet Walter Knoll eine Kollektion aus bewährten Klassikern und zeitgemäßen Neuentwürfen. Das Design verbindet formale Aktualität mit hohem Sitzkomfort, handwerklicher Qualität und ausgesuchten Materialien. Im privaten Wohnbereich ebenso wie bei Objektausstattungen.
Neubau Herrenberg
Neubau Herrenberg
2001 Neuer Produktionsstandort


In Mötzingen, 15 Minuten von Herrenberg, entsteht der neue Produktionsstandort. Der erste von drei Bauabschnitten, dieser mit 4.800 m², wurde im Juli 2001 eingeweiht. Die Produktionshalle erhielt den Preis "Beispielhaftes Bauen im Landkreis Böblingen (1996-2003)
 
Hersteller:
Walter Knoll
Adresse:

Walter Knoll


Bahnhofstraße 25
71083 Herrenberg
Deutschland
Tel +49-(0)7032-208-0
Fax +49-(0)7032-208250

www.walterknoll.de
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