atelier st

Freie Architekten BDA | Leipzig | Seit 2004 | Angestellte 5

Waldblick

Lucka | Deutschland | Realisiert 2009

atelier st-Waldblick
Fotograf: Bertram Bölkow
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atelier st-Waldblick
Fotograf: Bertram Bölkow
Grundstück: 566 qm
Umbauter Raum: 782 cqm
Nutzfläche: 186 qm
Planungsbeginn: November 2006
Baubeginn: Juni 2007
Fertigstellung: November 2008 (Innenmöblierung und Außenanlagen April – Mai 2009)
Jahresprimärenergiebedarf: 51kWh/qm

Nutzung regenerative Energien: Solaranlage auf südlicher Dachfläche
Wassergeführter Kamin
Regenwasserzisterne
Niedrigenergiehaus, erfüllt Anforderung von KfW 60


Das Grundstück befindet sich im Eigenheimgebiet „Zum Waldblick“ am Stadtrand von Lucka.
Der für das Gebiet vorliegende Bebauungsplan schnürt ein sehr enges Korsett an gestalterischen Vorgaben und Auflagen. Aufgrund dessen sind Trauf- und Firsthöhen, Firstrichtung, Dachneigung, sowie Dach- und Fassadenfarbtöne entsprechend vorgegeben.
Die Prämissen des Entwurfes liegen darin, die gestalterischen Spielräume des B-Planes maximal auszunutzen und unter hundertprozentiger Einhaltung dieser Vorgaben ein selbstbewusstes, eigenständiges und individuelles Gebäude zu konzipieren.
In einem uniformen, von überladenen Vordächern, Anbauten und Krüppelwalmdächern geprägten Wohngebiet, strahlt das klar geformte Volumen Ruhe und Präsenz aus. Auf sämtliche Anbauten und Auskragungen wurde verzichtet, die Garage unauffällig in die Gebäudeskulptur integriert.
Der rechteckige und schmale Baukörper ist im Erdgeschoss eingeschnitten und abgewinkelt. Dieser Einschnitt bildet einen geschützten, überdachten Eingangsbereich und separiert an seinen Knickpunkten gleichzeitig innere Funktionsbereiche.
Die vorgeschriebene Dachneigung wurde in ihren unteren (22°) und oberen (48°) Maximalwerten umgesetzt. Mit dieser Interpretation der Auflagen ergibt sich, bei umlaufend gleicher Traufhöhe und einer entsprechenden Gebäudebreite, eine optimale Belichtung der südlichen Dachflächen.
Eingehend auf die ländliche Umgebung und die Nähe zur Natur wird das Wohnhaus, einschließlich Bedachung, gänzlich mit feinen Lärchenholzprofilen umhüllt. Die Struktur und Oberfläche des Holzes verändert sich optisch, je nach Witterung und Jahreszeit. Im Laufe der Zeit wird sich die Fassade von beige-braun über silbergrau irgendwann gänzlich zu einem dunkelgrauen Gesamterscheinungsbild verändern. Allen Farbvorgaben des B-Planes werden somit Rechnung getragen.
Im Zusammenspiel zwischen flächenbündigen, bedampften Sonnenschutzgläsern und tiefen Fassadeneinschnitten entsteht so eine spannungsreiche und atmosphärische Fassade zwischen „Lifestyle“, Ökologie und Beständigkeit.
Durch den primären Einsatz von natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen wird das Gebäude dem ökologischen Grundgedanken und ausdrücklichen Wunsch der Bauherrn gerecht.
Das Niedrigenergiehaus verzichtet bewusst auf eine traditionelle Heizungsanlage. Der Energiebedarf wird einzig durch eine Solaranlage auf dem Dach und den Einsatz eines wassergeführten Kamins gedeckt, der die Abwärme durch einen Wärmespeicher dem Gebäude wieder zuführt. Um die Kfw 60 Anforderungen zu erfüllen und die Transmissionswärmeverluste zu verringern, wurde die äußere Wärmedämmung auf 180mm (Wärmeleitgruppe 0.35) erhöht.
Das Asketische und auf die wesentlichen Dinge Reduzierte findet auch im Innenbereich seine Fortführung.
Neben einer zurückhaltenden Gestaltung vermittelt das Innere jedoch vor allem Geborgenheit und Wärme.
Durch den bewussten Wechsel von unterschiedlich hohen Räumen, eingeschnittenen Galerien und niedrigen Funktionsbereichen entstehen komplexe räumliche Beziehungen, welche durch wohl platzierte Öffnungen zum Außenraum besonders zur Geltung kommen.
Ein flügelgeglätteter, currygelber Estrichboden unterstreicht auf allen Ebenen als homogenes Fußbodenmaterial die besondere räumliche Atmosphäre.

Designteam:

Architecture and Landscape: atelier st
Collaborator: Ludwig Uphues

Projektpartner:

Structural engineer: Mittenzwei GmbH, Werdau, Germany
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Fotograf: Bertram Bölkow
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