Der Freischwinger „S 43“ von Mart Stam feiert 2006 seinen 75. Geburtstag
Neue Ausführungen mit Edelholzfurnieren geben dem Klassiker eine neue, vielfältige Optik. Wetterfeste Varianten erschließen ihm neue Einsatz– möglichkeiten im Outdoor-Bereich.
Die Geschichte des S 43: Erfindung des Freischwingers. 1931 ging bei Thonet der S 43 in Produktion – und damit ein Sitzmöbel, das heute zu den wichtigsten Stahlrohrklassikern gehört. Entworfen wurde der Stuhl von dem holländischen Architekten und Bauhauslehrer Mart Stam. Dieser hatte schon 1926 mit gebogenen Gasleitungsrohren experimentiert und daraus erstmals in der Möbelgeschichte das Prinzip des hinterbeinlosen Kragstuhls entwickelt. 1927 wurde sein Bahn brechender Entwurf – der allerdings noch starr war und nicht federte – in der Weißenhof-Siedlung Stuttgart gezeigt. Die schnörkellose sachliche Form passte perfekt in die modernen Gebäude der Zeit. Damit war die Grundidee der späteren Freischwinger, der vielleicht bedeutendsten Möbelinnovation des 20. Jahrhunderts, geboren.
Der Pionier Mart Stam hatte mit seinem Kragstuhl einen kühnen, richtungsweisenden Entwurf geliefert, der in der Folge auch Zeitgenossen wie Marcel Breuer, Mies van der Rohe oder in den USA Harry E. Nolan zu weiteren Entwicklungen anregte. Sie alle verfolgten die Idee eines „Sitzens wie auf einer elastischen Luftsäule“ (Marcel Breuer). Mies van der Rohe ließ sich seine Freischwinger-Modelle bereits 1927 patentieren. Bald entbrannte ein langer Streit um Patente und Urheberrechte. Mart Stam bekam später das künstlerische Urheberrecht für die Form des Freischwingers – den streng kubischen hinterbeinlosen Stuhl – zugesprochen. Der S 43, eine Variante dieses ersten und frühen Modells, ging bei Thonet in Produktion. Bis heute gehört der Stuhl zu den Bestsellern der Kollektion; er überzeugt seit 75 Jahren durch seine geradlinige Form und großen Sitzkomfort.
Die neuen Ausführungen des S 43. Ab Anfang 2006 gibt es den erfolgreichen Klassiker nicht nur wie bisher mit Sitzgarnituren aus Buchensperrholz, gebeizt oder decklackiert, sondern zusätzlich auch in drei neuen Versionen.
Eine Alternative zur herkömmlichen Decklackierung bietet ab 2006 eine hochwertige Beschichtung mit Schichtstoff. Sie ist äußerst beständig und reinigungsfreundlich – bei einem attraktiven Preis. Thonet bietet diese Oberfläche zunächst in Schwarz an; ab einer Bestellmenge von 250 Stühlen sind Dekore in fast unendlicher Vielfalt möglich. Ein besonderes ästhetisches Detail bei dieser neuen Variante des S 43 sind die sichtbaren Kanten aus Buchensperrholz. Eine zweite neue Variante stellt der S 43 mit Edelholzfurnieren für den Innenbereich dar. Hier kommen Eiche und Nussbaum zum Einsatz. Die dritte Variante ist der S 43 aus wetterfestem Buchenholz. Erstmals wurde es dank einer Materialinnovation möglich, Buchenformholz wetterfest herzustellen und damit für den Außenbereich geeignet zu machen. Dabei bleibt der Holzcharakter erhalten. Auch diese Varianten gibt es nach Wunsch zusätzlich in Kombination mit wetterfesten Edelholzfurnieren, zum Beispiel aus Teak, das aus kontrolliertem Anbau stammt. Die neuen Materialvarianten erschließen dem S 43 so eine vielfältige Optik und zusätzliche Einsatzbereiche. Das Gestell der neuen S 43 Varianten für den Outdoor-Bereich wird aus Edelstahl gefertigt – für den Innenbereich kann es wahlweise aus Edelstahl oder aus verchromtem Stahlrohr geliefert werden.
S 43
Jahr:
1931

Stuhl freischwingend, Sitz und Rückenlehne Formsperrholz, Gestell Rundrohr 25 x 2 mm
S 43
Jahr:
1931

Armlehnenstuhl zu S 43
S 43 F
Jahr:
1931

Polsterstuhl freischwingend, Sitz und Rückenlehne Formsperrholz mit Spiegelpolsterung, 15 mm Polyätherschaumstoff, Gestell Rundrohr 25 x 2 mm
S 43 PV
Jahr:
1931

Kinderstuhl, Gestell Rundrohr 20 x 1,5 mm, Sitz und Rücken Formsperrholz
S 43 K

Stuhl wie S 43, jedoch stapelbar
S 43 ST
