ushitamborriello

Innenarchitektur | Szenenbild | Rieden bei Baden | Since 2004

Hotel Seerose Cocon

Meisterschwanden am Hallwilersee | Switzerland | Completed 2013

ushitamborriello-Hotel Seerose Cocon
photographer: Jochen Splett, München
ushitamborriello-Hotel Seerose Cocon
photographer: Jochen Splett, München
ushitamborriello-Hotel Seerose Cocon
Lobby mit Blick auf Rezeption photographer: Jochen Splett, München
Das Umfeld
In einer einzigartigen Lage, direkt am Ufer des Hallwiler Sees, umgeben von Bäumen, Feldern und Wasser, liegt die Seerose: ein beliebtes Ausflugsziel zwischen Zürich und Bern, mit Tradition bis ins frühe 20igste Jahrhundert.
Das bestehende Ensemble der Häuser Classic und Elements wurde nun mit einem dritten Moment – dem Wellnesshotel Cocon – ergänzt. In ihm wird das Angebot der Seerose um Pool, Wellness & Spa Anlage, ein weiteres Restaurant und 32 Suiten erweitert. Tiefgarage und Seminarräume runden das Angebot ab.
In der Auseinandersetzug mit dem Ort, dem Hallwiler See, den Obstwiesen, den hierfür typischen Gebäuden unter dem Blickwinkel der Leitbilder der Seerose sind wir immer tiefer in die Schichten von See, Ort und Geschichte vorgedrungen und haben dabei das Fremde im Vertrauten entdeckt. In Farben, Oberflächen, Strukturen, Spiegelungen und Raumwirkungen sind wir auf thailändische Anmutungen gestossen, die so authentisch asiatische Bilder anklingen lassen, dass es uns selbst überrascht hat. Auch der Cocon Gedanke, der geschützte und behütete Raum, findet sich in vielfältiger Weise in diesem Umfeld wieder.

Die Transformation
Die verschiedenen Bootshäuser am Hallwiler See waren eine der wesentlichen Inspirationsquellen, die unsere atmosphärische Haltung prägten. Hier etablierte sich die Idee, der spiegelnde Seefläche, die sich als Bodenbelag durch alle Bereiche des Hotels zieht und in Ihren subtilen Farbnuancen das wechselnde Farbenspiel des Sees reflektiert. Die - in völliger Balance - über der Wasserfläche hängenden Boote erinnerten uns nicht nur an die thailändischen Märkte, sie hingen auch nahezu wie Larven in ihren hölzernen Cocons, durch die sanft das Licht sickerte. Hier wurde die Idee der hölzernen Wand – und mDeckenverkleidungen geboren, die sich schützend um das durch ein Netz umwobenes Bettpodest legen. Nahe liegend dass an diesem Ort Obsthölzer zum Einsatz kommen.
Ausgesuchte, ruhige Materialien bilden den Fond für den Auftritt der blumigen Fülle, die in der thailändischen Kultur eine so grosse Rolle spielt. Wie Blütenteppiche etablieren sich die raffinierten Textilien in den verschiedenen Räumlichkeiten, sind Vorhänge, Wandbespannungen, Möbelbezüge und Kissen. Die üppigen Motivdrucke der Fa. Jakob Schlaepfer begeisterten uns. Sie sind ein ideales Bindeglied zwischen thailändischem Brauchtum und Schweizer Tradition und werden innovativ und überraschend in der Seerose in einen eigenständigen Kontext gesetzt. So bilden schlichte, warme Materialien eine schützende Hülle für üppige atmosphärische Momente, legen sich grosszügige Raumvolumen subtil wie eine Schatulle um ihr kostbares, funkelndes Inneres.

Die Bereiche
Empfangen wird der Gast an der lang gestreckten Rezeption, die mit ihrer strohgeflochtenen Oberfläche Bezug auf traditionsreiche, hier ansässige Manufakturen nimmt. Durch die dichte Reihung der grün schimmernden Strohbänder kommt eine ornamenthafte Struktur zu Stande, die auch typisch für eine thailändische Adaption und Transformation einfach zugänglicher Alltagsmaterialien steht. Gerahmt wird diese Theke durch einen raumgreifenden Körper in Apfelholz, der den Wellness Empfang, eine Bussiness Corner und ein rückwertiges Office Center elegant einbindet und Platz für 4 geschützte Arbeitsplätze bietet. Zwei kleinere, losgelöste Infotheken treiben als abstrahierte Bootskörper dem Gast entgegen. Dazwischen spannt sich eine grosszügige Lobby, die den Gast mit vielfältigen Aufenthaltsbereichen zum Verweilen einlädt. Der Boden schimmert in Seegrün und weckt in seinen Spiegelungen Erinnerungen an die Tiefe des nahen Wassers, über das ein silbern verwittertes Holzdeck auf die Terrasse führt. Dieser Blick nach Draussen, die offene Gebäudefuge zwischen Elements und Cocon setzt den Besucher immer wieder in Bezug zu dem grossartigen landschaftlichen Umfeld. Sie thematisiert dabei auch die Unterschiedlichkeit der Häuser und ist als geschützte Innenterasse nutzbar gemacht.

Das Restaurant
Bewirtet wird der Gast im Restaurant ein Stockwerk höher. Prägend ist auch hier die grosse offene Glasfassade, die der umgebenden Landschaft einen bildhaften Auftritt ermöglicht.
Dieser Bezug zum Aussen ist auch in der Thailändischen Tradition der offenen Pagoden immer wieder spürbar: unter einem schützenden Dach zieht der Blick ins Freie. Die Gliederung des Restaurants orientiert sich dementsprechend an diesem Ausblick. Flache Wasserbecken strukturieren den Raum und sind gleichzeitig willkommene Träger frischer Blumenarrangements. Sie definieren eine Verkehrszone vor Küche und Speisenausgabe,und geben den einzelnen Sitzbereichen die nötige Ruhe und Abgrenzung Das architektonische Stützenraster definiert die einzelnen Sitzbereiche, die in Ausrichtung und Möblierungstyp variieren können. Der mittige Restaurationsbereich wird seitlich flankiert durch eine grosszügige Lounge mit niedrigem Sofa im asiatischen Stil. Atmosphärisch nehmen wir Bezug auf die Vorbilder der Tempel und Pagoden mit ihren üppigen Wand und Deckenmalereien und transformieren diese. Die Gliederung des Raumes zeichnet sich auch in der Struktur der Wand – und Deckenverkleidung ab: die Stützen der Rückwand und die Unterzüge sind in einem warmen Apfelholz ausgebildet. Sie definieren einzelne Felder, die mit einem schwelgerischen Blütendekor versehen sind. Hier haben wir zusammen mit dem Unternehmen Jacob Schlaepfer eigens ein Textildesign entwickelt, entwickelt, die bei unterschiedlichen Lichtstimmungen ganz unterschiedliche Effekte zeigt. Das Material besticht nicht nur durch seine Affinität zur Thailändischen Blütenpracht, es sorgt auch für eine angenehme Akustik im Raum.

Der Wellness Bereich
Ein sanftes Glühen empfängt den Gast beim Blick in die Wellness Oasen. Gleich dem innersten des Thai Tempels wirken die Cocons wie aus sich heraus leuchtende Skulpturen, die ihre Wirkung vor dem dunklen, ruhigen Hintergrund der umgebenden Böden, Wände und Decke entfalten. Sie liegen wie Findlinge im Wasser, von unten angestrahlt, bildet sich das sanfte Schaukeln der Wasserreflexe auf der gebrochen weissen Schale ab. Die gerade architektonische Aussenhülle samt Becken ist durchgängig mit einem dunkelgrünen, matten Material belegt und weist zarte, glänzende Spuren auf. Jeder der 4 grossen Cocons überrascht mit einem anderen Inneren. In der Salzsauna entspannt man zwischen leuchtenden Alabasterartigen Salzwänden und atmet in der salzgeschwängerten Luft tief durch. Der zweite Cocon im Wasser öffnet sich plötzlich nach aussen: mit grossartigem Blick auf Obstwiesen und See liegt man hier im Sprudelbecken. Im Regenwald Dampfbad empfangen schwere Nebelschwaden vor einem schillernden Grün den Gast. Die Kräutersauna fasziniert durch ihren wohligen, komplett gerundeten Innenraum, über den sich effektvoll ein Lichtornament wirft. Die gestaffelte Tempelsauna mit ihren wertigen Hölzern und dem schweren Gong vor goldenem Hintergrund runden das Angebot ab.
Im Inneren der Cocons auf dem Zwischengeschoss entfaltet sich eine ganz eigene, weiche Welt. Die organischen Formen sind umspannt von einem textilen Material das für den Einsatz in feuchten Räumen mit Ölen, Cremes und Packungen geeignet ist. Ihr matter Glanz bringt eine ruhige, entspannende Seite zum Klingen. In dieser inneren Hülle sind alle notwendigen Funktionen wie Ablagen, Schränke, zum Teil Sessel und Podeste integriert. Auch hier finden sich - wo notwendig oder gewünscht - Öffnungen und Vertiefungen die mit traditionellen Thailändischen Stickereien oder Schnitzereien ausgeschlagen sind und direkte Bezüge zur Welt des Thai Spa aufweisen. Die traditionellen Thai Rituale werden auf erhöhten, gepolsterten Bodenplateaus durchgeführt. Die klassischen Behandlungsräume sind mit einer höhenverstellbaren Massageliege in Teak ausgestattet. Hier lässt sichwunderbar der Tag nah am Wasser feiern.

Die Suiten
Geborgenheit und Ruhe findet der Gast in den Suiten der oberen Stockwerke. Schon beim Öffnen der Eingangstür fällt sein Blick auf die weite Landschaft mit Wiesen, Bäumen und See. Das wertige Holztäfer legt sich schützend um den Innenraum und nimmt Funktionen wie Garderobe, Schrank, TV fast unsichtbar in sich auf. Legt sich schützend über das Betthaupt, das mit einer weiteren textilen Hülle zum Inbegriff des Cocon wird. Um das Feriengefühl zu unterstützten, ziehen wir den Holzbelag der Terrasse ins Innere des Zimmers, binden den Terrassenraum visuell an die Suite und gliedern so wie selbstverständlich den Raum. Im Fensterbereich das legere Sitzen mit Sessel, Pouf und Tischchen, etwas tiefer im Raum die geborgene Bettinsel, an der Rückwand die intimen Bereiche der Nasszonen. Das Bad wurde im Bereich des Entrees verglast, um die Eingangssituation optisch aufzuweiten und die Grosszügigkeit des Zimmers zu unterstützen. Die drei unterschiedlichen Wohnbereiche der Suite werden auch in Wand und Decken Materialisierung thematisiert: die Trennung der einzelnen Balkonsegmente ist als textile Bespannung realisiert. Dieses textile Motiv zieht sich mit dem Holzboden in den Innenbereich, dort als üppiger Vorhang, der nachts der Verdunklung dient, tagsüber wie ein Wandbild wirkt. In diesem Bereich zeigt sich die Decke in rohem Beton, als Kontrapunkt zur üppigen textilen Welt. Der mittlere Bereich wird bestimmt durch die Apfelholz Verkleidungen von Wand und Decke und dem in Seefarben glänzenden, fugenlosen Boden. Bad und separates WC sind zum Teil in Holz, in den nassen Bereichen mit einer hellen Keramik ausgelegt.

Licht
Beleuchtete Wasserbecken erinnern mit ihren Reflexen immer wieder an den nahen See. Blütenhafte Pendelleuchten akzentuieren und verorten wichtige Kundenbereiche in einer atmosphärischen Lichtwirkung. Bodennahe Wandleuchten sorgen für das Grundlicht, sind eine optimal Wegeführung und bringen den Bodenbelag zum Glänzen. Bewusst positionierte Skulpturstrahler als Aufbauleuchten setzten wichtige Elemente in Szene.

Design team:

Architektur bis Entwurf: saraspiro SA, Zürich
Architektur ab Entwurf: Leuenberger Architekten AG, Sursee
Innenarchitektur: ushitamborriello,
Innenarchitektur_ Szenenbild, Baden
Mitarbeiter: Ushi Tamborriello, Iwan Salzmann, Vanessa Suhi, Elisa Alessi, Sachiko Hiroshige

Client:

SEEROSE RESORT & SPA
Bauherr: Felix Suhner

Project partners:

Elektrotechnik: Alpha-Plan AG, Rothrist
Lüftungs- und Heiztechnik: M+M Technik AG, Rotkreuz
Badetechnik: Bafilco AG, Winterthur
Bauphysik: Kopitsis Bauphysik AG
Grossküchenplanung: Creative Gastro Concept und Design AG, Hergiswil
Landschaftsplanung: enea GmbH, Rapperswil-Jona
Wellness-Anlagen: Läderach Saunabau, Konolfingen
Mietentwicklung Armaturen: KWC
ushitamborriello-Hotel Seerose Cocon
Pool Wellnessbereich mit Cocons photographer: Jochen Splett, München
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Pool Cocon Sprudelliegen Wellnessbereich photographer: Jochen Splett, München
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Tempelsauna Wellnessbereich photographer: Jochen Splett, München
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Cocon Kräutersauna, Wellnessbereich photographer: Jochen Splett, München
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Zimmerflur photographer: Jochen Splett, München
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smokers lounge, Lobby photographer: Jochen Splett, München
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Zugang Wellnessbereich photographer: Jochen Splett, München
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Cocon Salzsauna, Wellnessbereich photographer: Jochen Splett, München
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Fitnessraum photographer: Jochen Splett, München
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Entrée Suite mit eckverglaster Dusche photographer: Jochen Splett, München
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Detail Ledergriffe, Suiten photographer: Jochen Splett, München
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photographer: Jochen Splett, München
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photographer: Jochen Splett, München
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photographer: Jochen Splett, München
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photographer: Jochen Splett, München
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photographer: Jochen Splett, München

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Project address

Seerosenstrasse 3, 5616 Meisterschwanden am Hallwilersee